Schule und Sport
Zusammenarbeit mit der Sportschule Lindenhof und der Wilingua
Schule für Hochbegabte im Bereich Sport
Die talentiertesten Junioren des FC Wil besuchen die Sportschule Lindenhof.
Seit dem Schuljahr 2009/2010 gibt es für die talentiertesten Junioren des FC Wil die Möglichkeit, die so genannte „Sportschule Lindenhof“ zu besuchen. Dabei wird ihnen die Möglichkeit geboten, zwei tägliche Trainingseinheiten beim FC Wil zu absolvieren und trotzdem die schulischen Anforderungen zu erfüllen. An der Schule für Hochbegabte im Bereich Sport im Lindenhof werden die Talente optimal sowie rundum betreut. So wird zum Beispiel das Mittagessen gemeinsam eingenommen und es gibt ein Lernatelier, in dem die Hausaufgaben erledigt werden können. Das Ziel ist, dass am Abend keine Aufgaben mehr gemacht werden müssen.
Der Stundenplan ist so ausgerichtet, dass keine schulische Überforderung stattfindet. So werden die Spieler nur in den Promotionsfächern unterrichtet, womit die Zahl der Pflichtlektionen auf ein vertretbares Mass reduziert werden kann. Das Fach „Hauswirtschaft“ wird durch „Sporternährung“ ersetzt. Wie in der Schule so üblich finden auch in der Sportschule Lindenhof Überprüfungen der Zielerreichungen statt. Es müssen also sowohl die sportlichen, wie auch die schulischen Leistungen erfüllt werden.
Zum Dossier der Sportschule Lindenhof
Weitere Infos: www.oslihowil.ch
Nach Abschluss der Oberstufe gibt es für die Talente die Möglichkeit, bei der Wilingue in Wil eine KV-Ausbildung (Profil B oder E) zu absolvieren. Genau diesen Weg hat Markus Gsell - langjähriger Spieler im Fanionteam des FC Wil - im Jahr 2001 eingeschlagen. Bis zum Abschluss diese KV-Ausbildung sollte sich in den meisten Fällen abzeichnen, ob der Weg in Spitzenfussball der richtige ist.
Zum Dossier der Wilingua
Weitere Infos: www.wilingua.ch
An Siegern gemessen
Die Sportschule Wil kann im Sommer mit etwa 20 Schülern starten.
Nach den Sommerferien startet ein neues Jahr an der Sportschule Lindenhof. Mit über 20 Schülern geht nun das einstige Projekt endgültig in die Phase der Leistungsschule über und wird an den Erfolgen gemessen.
Die Pilotphase ist endgültig vorbei. Erfahrungen der letzten zwei Jahre ergaben genügend Erkenntnisse, um das Angebot weiter zu optimieren und mit den Sportlern und deren Trainern abzustimmen. Die Oberstufe Lindenhof in Wil gehört zu den im Kanton St.Gallen inzwischen acht anerkannten Sportschulen.
Siegertypen sind gefragt
Schweizweit gibt es um die 100 Angebote, welche als anerkannte Schulen um die Gunst der jungen Sportler und deren Verbände buhlen. Wie Hans Kölbener, Projektleier der Sportschule Lindenhof, Wil, sagt, werde diese Zahl in den kommenden Jahren reduziert: «Nur wer die entsprechende Qualität und die Leistungsausweise liefern kann, wird das Angebot weiterführen können. Dabei sind die Schulen logischerweise enorm von den Erfolgen der Sportler, welche sie beschulen, abhängig. Je besser die Zusammenarbeit von Schülern, Eltern, Lehrerschaft und vor allem den Trainern in den jeweiligen Sportarten funktioniert, umso besser werden die Erfolgschancen und die Zukunftsaussichten der Schule. Wir sind also ganz klar auch davon abhängig, dass wir innert nützlicher Frist Siegertypen präsentieren können», so Kölbener. «Künftige Schüler, respektive Sportler/innen und deren Eltern werden die besten Trainer und die besten Förderzentren in ihrer Sportart suchen. Da ist es enorm wichtig, dass die Sportschule Lindenhof sehr eng mit den Trainerstäben, in Wil, vor allem im Fussball- und Kunstturnbereich, zusammenarbeitet und die Basis für künftige Erfolge schafft.»
Alle Bedürfnisse abdecken
Wie Schulleiter Matthias Schlegel sagt, will man die Sportschüler in drei Regelklassen integrieren. Der Stundenplan ist so angepasst, dass in den Blockzeiten die Hauptfächer beschult werden. Von 10 bis 12 und ab 16 Uhr stehen für die Sportler/innen Trainingseinheiten in ihren Zentren an, während die anderen Schüler Wahl- und Zusatzfächer besuchen. «Selbstverständlich gibt es für die Sportschüler zusätzlichen Förder- und Stützunterricht, um allfällige schulische Defizite auszugleichen», so Schlegel. Dem Lindenhofschulleiter ist völlig klar, dass, auch wenn die Beschulung noch so gut ist, der Erfolg der Sportschule Lindenhof auch mit den Erfolgen der Sportler/innen steht und fällt. Eine sehr enge Zusammenarbeit und stetige Kommunikation zwischen Schule, Vereinen, Verbänden und den Trainern wird enorm wichtig sein. Weiter gehören auch flankierende Massnahmen wie Ernährung, die Planung weiterführender Schulen (Kanti), Lehrangebote und Gastfamilienbetreuung dazu. Sicher aber ist, dass Schule und Sport bereit sind, das gut angelaufene Projekt zu einem durchschlagenden Erfolg auszubauen.
Bericht: Hermann Rüegg, Wiler Nachrichten (23. April 2009)
Lindenhof ist die Sportschule
FC Wil-Talente an der Sportschule Lindenhof
Schon seit geraumer Zeit ist der FC Wil die treibende Kraft im Thema Sportschule Lindenhof. Ende Januar ist nun der positive Entscheid gekommen und die Oberstufe Lindenhof ist ab dem kommenden Schuljahr „Schule für Hochbegabte im Bereich Sport“.
Schon lange treiben die Verantwortlichen des FC Wil die Idee der Sportschule voran. Für die talentierten jungen Fussballer soll es künftig möglich sein, dass sie gewisse Lektionen durch Optimierung des Stundenplanes und individuelles Studium ersetzen und dadurch zusätzlich zwei Morgentrainings besuchen können. Dies ist für den FC Wil besonders wichtig, weil künftig mehr eigene Spieler – auch solche aus der Region – nach oben gebracht werden sollen und es gerade in dieser Lebensphase der Spieler von grosser Bedeutung ist, dass sie neben der Schule auch in der fussballerischen Ausbildung gefördert werden. Dies eröffnet neu auch einem „Nicht-Wiler“ Fussballer im Kanton St. Gallen die Möglichkeit, die Oberstufe Lindenhof in Wil zu besuchen. Offen ist noch, ob die Anerkennung des Lindenhofs auch für Junioren aus dem Kanton Thurgau zählt.
Diese Entwicklung ist darum so wichtig, weil die Liga unlängst kommuniziert hat, dass in der Challenge League ab der kommenden Saison mindestens neun lokal ausgebildete Spieler auf dem Matchblatt eines Spieles der 1. Mannschaft stehen müssen.
Individuelle Prüfung
Wer in die Sportschule im Lindenhof aufgenommen wird, entscheiden die sportlichen Kantonalverbände in Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen des FC Wil. Danach wird mit jedem einzelnen Schüler eine Vereinbarung ausgearbeitet. Diese ist auch von den Eltern, der Oberstufe Lindenhof, dem Trainer und dem Amt für Bildung und Sport der Stadt Wil zu unterzeichnen. Ziel ist es, dass die Jungtalente rund 15 Trainings- und Wettkampfstunden pro Woche bestreiten können.
Nach einem Semester wird ein erstes Fazit gezogen. Dabei hat der Schulrat der Stadt Wil einen Bericht an die regionale Schulaufsicht abzuliefern. Darin wird festgehalten, wie viele Lektionen ausfallen, wie die Fortschritte sowohl in der Schule, wie auch im Verein sind, und wie es um die Integration der Jungtalente steht.
Grosse Freude
Beim FC Wil nahm man die Nachricht der Annerkennung zur Sportschule mit Freude zur Kenntnis. Daniel Bamert, Technischer Leiter des Nachwuchs, sagte: „Unsere bereits heute hervorragende Zusammenarbeit mit der Oberstufe Lindenhof wird dadurch noch einmal intensiviert und verbessert. Ich freue mich riesig, mit diesem Modell weitere Erfahrungen sammeln zu können.“
Die Oberstufe Lindenhof ist nicht die erste Schule im Kanton, die diesen Schritt wagt. In Wildhaus-Alt St. Johann, Heerbrugg, St. Gallen, Quarten und in Gams wird dieses Modell bereits praktiziert und stetig verbessert. Das Lindenhof stösst ab dem kommenden Sommer dazu und die Zulassung läuft vorerst bis Ende des Schuljahres 2011/2012.