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Testspiel: VfB Stuttgart - FC Wil 2:0

Lob verdient trotz Niederlage

Der FC Wil verliert das Vorbereitungsspiel beim VfB Stuttgart mit 0:2.

 

 

Beinahe hätte der Bergholz-Klub dem VfB Stuttgart aus der Deutschen Bundesliga ein Unentschieden abgerungen. Bis knapp zwölf Minuten vor dem Ende hielten die Äbtestädter ein torloses Unentschieden, ehe Hleb und Zdravko Kuzmanovic zwei Treffer zum 2:0-Sieg der Stuttgarter erzielten. Trotzdem durften die Wiler das Feld erhobenen Hauptes verlassen.

 

Es war ein Höhepunkt in der Vorbereitungsphase des FC Wil. Zweieinhalb Wochen vor dem Rückrunden-Start gegen Vaduz kam dem Bergholz-Klub die Ehre zu, den VfB Stuttgart herauszufordern. Und er tat dies mehr als ansprechend. In einer Phase zu Beginn der zweiten Halbzeit waren die Ostschweizer mehr als ebenbürtig und hatten zwei gute Torchancen. Testspieler Dzengis Cavusevic schoss einen Ball aber knapp über das Gehäuse. Eben dieser Stürmer konnte einige Minuten später alleine auf Stuttgarts Torhüter Jens Lehmann zulaufen, sah seinen Abschluss aber vom Star im Team des VfB abgewehrt.

Dem FC Wil blieb zwar in diesem Testspiel ein Treffer verwehrt, bis elf Minuten vor dem Schlusspfiff durfte er aber auf ein positives Resultat hoffen. So lange dauerte es nämlich, bis der eingewechselte Hleb nach einem schönen Durchspiel den Führungstreffer für den Bundesliga-Verein erzielte. In der Schlussphase entschied Zdravko Kuzmanovic mit dem 2:0 die Partie.

 

Wiler Mandelfisch für Gross

Das Spiel in Stuttgart zeigte den Wilern mehrere Dinge. Es wurde zum Beispiel eine Aussage bestätigt, die Trainer Ryszard Komornicki vier Tage zuvor gemacht hatte. Nach dem 2:1-Sieg bei den Grasshoppers sagte der Pole, dass man mit jedem Verein mithalten könne. Das Testspiel in Deutschland bestätigte zudem, dass einige Spieler wie Roberto Rodriguez oder Sally Sarr derzeit richtiggehend aufblühen. In Stuttgart überzeugten die Gäste aber auch als Mannschaft.

Der Vergleich mit dem VfB zeigte zudem die Grösse von Trainer Christian Gross, der zwischen 1986 und 1992 Wil trainiert hatte und dies nun in Stuttgart tut. Vor dem Spiel pflegte Gross Freundschaften mit den mitgereisten Gästen und bekam im Gegenzug vom Chauffeur des Wiler Mannschaftsbus’ einen Mandelfisch überreicht. Gross wurde nicht müde, im Verlaufe des Nachmittags immer wieder zu betonen: „Schön, dass ihr gekommen seid.“ Auch bei der Verabschiedung von der Wiler Delegation sammelte Gross Sympathiepunkte und sagte: „Hopp Wil.“

 

Am Sonntag in und gegen Basel

Sein Kontrahent, Ryszard Komornicki, sagte auch nach dem Spiel in Stuttgart, dass das Resultat in einem Testspiel nicht entscheidend sei. „Mit Gewalt hätten wir vielleicht ein Unentschieden erreichen können. Mir war aber wichtiger, verschiedene Akteure begutachten zu können. Darum habe ich einige Auswechslungen vorgenommen.“ Neben den bereits bekannten Testspielern (Ladner, Busai, Cavusevic) wurde in Deutschland zum ersten Mal – wenn auch nur während einiger Minuten – Claudio Zenger vom FC Biel begutachtet.

Das Fanionteam verbringt nun drei Tage in einem Kurztrainingslager. In Filzbach oberhalb des Walensees steht für die Wiler nicht das Spiel mit dem Ball im Vordergrund. Neben der aktiven Regeneration werden Sportarten wie Curling oder Badminton ausprobiert. Zudem wird auch an der Kraft gearbeitet. Nur einen Tag nach der Rückkehr am Samstag steht dann bereits ein nächster Höhepunkt in der Vorbereitung auf dem Programm. In einem kurzfristig einberufenen Testspiel gegen den FC Basel (Sonntag, 15 Uhr, Basel) werden die Wiler neuerlich einen höherklassigen Klub fordern.

 

 

VfB Stuttgart – FC  Wil 1900 2:0 (0:0)

VfB-Clubgelände, Stuttgart: 500 Zuschauer. – Sr: Kempter.

Tore: 79. Hleb 1:0. 86. Kuzmanovic 2:0.

VfB Stuttgart: Lehmann; Osorio, Niedermeier, Boulahrouz, Molinaro (46. Celozzi); Gebhart (46. Hleb), Kuzmanovic, Hitzlsperger (60. Elson), Hilbert (60. Rudy); Marica (46. Pogrebnyak), Schieber.

FC Wil 1900: Taini; Haziri (63. Di Gregoiro), Matic, Sarr (79. Zenger), Huber; Kim (46. Lezcano), Muslin (72. Gsell), Schönenberger (46. Busai), Rodriguez (72. Ladner); Cavusevic, Grossklaus (63. Blumer).

Bemerkungen: Stuttgart ohne Tasci, Khedira und Cacau (geschont). Wil ohne Bernet (abwesend), Kaiser, Bellon und Madry (verletzt), dafür mit den Testspielern Luca Ladner (FC Zürich), Claudio Zenger (Biel), Attila Busai (Ungarn) und Dzengis Cavusevic (Slowenien).

 

Das Testspiel fand unmittelbar neben der Mercedes-Benz Arena in Stuttgart statt.

 

Das Stuttgarter Stadion wird derzeit umgebaut und erhält eine neue Tribüne.

 

Hleb brachte den Bundesliga-Verein in der Schlussviertelstunde doch noch in Führung.

 

Jens Lehmann spielte 90 Minuten und parrierte gegen Dzengis Cavusevic glänzend.

 

Stuttgart-Trainer Christian Gross (links) und Wil-Präsident Roger Bigger schwelgen in Erinnerungen.

 

Nach dem Spiel liess es sich Gross nicht nehmen, mit der Wiler Delegation Zeit zu verbringen.

 

Bericht/Bilder: Simon Dudle

27.01.10