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Testspiel: FC Wil - FC St. Gallen 1:2

Gsells Comeback im Testspiel-Derby

Der FC Wil verliert das Vorbereitungsspiel gegen den FC St. Gallen mit 1:2.

 

 

Auch im zweiten Testspiel des Jahres gegen einen Klub aus der Super League hält der FC Wil gut mit. Da er in der ersten Halbzeit einige Möglichkeiten vergibt, bleibt es beim Treffer von Stipe Matic und einer nicht zwingenden 1:2-Niederlage. Am meisten zu kämpfen hatten die Akteure mit den äusseren Bedingungen, da es schneite und der Platz mit zunehmender Spieldauer schneebedeckt war.

 

Fussball ist ja eigentlich eine Sommersportart. Nur zu dumm, dass in der Schweiz ein grosser Teil der Meisterschaft während der kalten Jahreszeit ausgetragen wird. Gerade in der Vorbereitungsphase im Januar muss wegen schneebedeckter Plätze immer wieder improvisiert werden. Das Testspiel gegen den FC St. Gallen, das eigentlich in Tübach hätte stattfinden sollen, musste am Spieltag kurzfristig nach Wil verlegt werden, da auf der Sportanlage Kellen 20 Zentimeter Schnee nicht rechtzeitig vom Kunstrasen hätten befördert werden können. Auch auf dem Allwetterplatz im Bergholz wurde den Akteuren alles abverlangt. Bis weit in die zweite Halbzeit schneite es und die Spielunterlage wurde mehr und mehr weiss.

Es entwickelte sich eine Partie, in der die Wiler in der ersten Halbzeit mindestens ebenbürtig waren. Trotzdem gerieten sie schon in der Startphase in Rückstand. Nach einem Vorstoss über die rechte Seite schloss Nico Abegglen für den FC St. Gallen ab. Der Wiler Torhüter Adrian Bernet – er spielte für den kranken Davide Taini – musste den Ball passieren lassen.

 

Nur vermeintlich in Führung

Die Äbtestädter liessen sich davon nicht aus dem Konzept bringen und kamen postwendend zum Ausgleich. Stipe Matic liess dem ehemaligen Wiler Torhüter Daniel Lopar keine Chance. Danach hatten beide Mannschaften ihre Möglichkeiten und der Bergholz-Klub erzielte den nächsten Treffer. Das vermeintliche 2:1 durch David Blumer fand jedoch wegen einer Offside-Position keine Anerkennung.

Wie in dieser frühen Phase der Vorbereitungsphase üblich nahmen beide Trainer in der Halbzeit zahlreiche Auswechslungen vor. Während St. Gallens Trainer Uli Forte acht frische Kräfte brachte, waren es bei den Wilern gar deren neun. Einzig Nicolas Huber und Bernet spielten durch.

Notgedrungen wurde bei den Äbtestädtern auch die taktische Ausrichtung umgestellt. War es vor der Pause ein 4-4-2, so spielte Mihret Hamidovic aus dem eigenen Nachwuchs nach dem Seitenwechsel einzige Sturmspitze. Eine gute Chance auf den Führungstreffer hatte aber nicht er, sondern Flügelspieler Luca Ladner. Da er sie nicht nutzte und der Super-League-Klub effizienter auftrat, holten sich die St. Galler den Sieg. Nach einer Voralge Adrian Winters nickte Mario Frick den Ball zehn Minuten vor Schluss zum 2:1 über die Linie.

 

Gsells Comeback mit Freistössen

Der FC Wil testete sechs Akteure. Zu Beginn spielte in der Innenverteidigung der Slowene Gregor Mohar. In der zweiten Halbzeit wurde er durch den Bosnier Dalio Memic ersetzt. Auf den beiden Flügeln waren es in Halbzeit zwei der Serbe Niaz Lena und Ladner vom FC Zürich, der wie der ungarische Mittelfeldspieler Attila Busai bereits zum zweiten Mal getestet wurde. Ebenfalls im zentralen Mittelfeld eingesetzt wurde der Österreicher Joachim Lippburger.

Besonders erfreulich war das Comeback von Markus Gsell. Zum ersten Mal seit dem 20. Juni des vergangenen Jahres und dem 2:2 im Testspiel gegen Schaffhausen stand der „Ur-Wiler“ wieder auf dem Feld. Und prompt trat er schon wieder die Freistösse, wobei ein solcher beinahe einen Treffer zur Folge gehabt hätte.

 

 

FC Wil 1900 – FC St. Gallen 1:2 (1:1)

Allwetterplatz Bergholz: 300 Zuschauer. – Sr: Gut.

Tore: 12. Abegglen 0:1. 16. Matic 1:1. 80. Frick 1:2.

FC Wil 1900:

1. Halbzeit: Bernet; Haziri, Matic, Mohar, Huber; Rodriguez, Muslin, Schönenberger, Kim; Blumer, Grossklaus.

2. Halbzeit: Bernet; Schär, Memic, Sarr, Huber; Lena, Lippburger, Busai, Gsell, Ladner; Hamidovic.

FC St. Gallen:

1. Halbzeit: Lopar; Zellweger, Koubsky, Fernando, Hämmerli; Zé Vitor, Costanzo, Ciccone, Nushi; Abegglen, Merenda.

2. Halbzeit: Bolli; Martic, Schenkel, Haas, Fernando; Winter, Lang, Ciccone, Nushi; Frei; Frick.

Bemerkungen: Wil ohne Taini, Di Gregorio (krank), Madry, Alija, Kaiser, Bellon (verletzt) und Lezcano (abwesend), dafür mit den Testspielern Luca Ladner (FC Zürich), Gregor Mohar (Slowenien), Joachim Lippburger (Österreich), Dalio Memic (Bosnien), Attila Busai (Ungarn), Niaz Lena (Serbien) sowie Fabian Schär und Mihret Hamidovic aus dem eigenen Nachwuchs. St. Gallen ohne Jagne, Cáceres, Muntwiler, Knöpfel, Oehri (verletzt) und Vailati (nicht im Aufgebot). 24. Tor vom Blumer annulliert (Offside). 78. Huber lenkt Freistoss von Fernando an den eigenen Pfosten.

 

Zwei Torschützen im Duell: Wils Stipe Matic und Nico Abegglen.

 

Einer von sechs Testspielern: Der slowenische Verteidiger Gregor Mohar.

 

Fussball im Januar: Ein Junior beim Schneeschaufeln in der Pause.

 

Bericht/Bilder: Simon Dudle

13.01.10