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FC Stade Nyonnais - FC Wil 0:0
Gute Schlussphase genügt nicht zum Sieg
Der FC Wil spielt in der Challenge League auswärts bei Stade Nyonnais 0:0.

Auch im zweiten Spiel nach Didi Münstermann bleibt der Bergholz-Klub ohne Gegentreffer. Beim 0:0 auswärts gegen Stade Nyonnais muss er zu Beginn der zweiten Halbzeit jedoch einiges Glück und das Können von Torhüter Davide Taini in Anspruch nehmen, um nicht in Rückstand zu geraten. In der Schlussphase scheitert Stipe Matic mit einem Penalty an Nyons Torhüter Damien Warpelin.
Kurz nach dem Abpfiff, als sich die Spieler bei den mitgereisten Fans für die lautstarke Unterstützung bedankten, schlenderten die beiden Wiler Interims-Trainer Roger Zürcher und Axel Thoma in Gedanken versunken über das Feld. Sie liessen noch einmal Revue passieren, was sie in den 95 Minuten zuvor gesehen hatten.
Es war wenig in der ersten Halbzeit. Nach einem ansehnlichen Start der Wiler flachte die Partie zusehends ab und die Fehlerzahl erhöhte sich auf beiden Seiten, was auch mit dem sehr holprigen und tiefen Boden zu tun hatte. „Es war furchtbar hier zu spielen. Es gab in beiden Strafräumen Situationen, die nicht vorhersehbar waren“, sagte Thoma nach dem Spiel.
So richtig unterhaltsam wurde das Gebotene erst nach dem Seitenwechsel, als zuerst das Heimteam die Kadenz erhöhte und zu einigen guten Möglichkeiten kam. Kurz nach Wiederbeginn durften die Waadtländer einen Freistoss aus 25 Metern treten. Mathieu Germanier nahm Mass, sah seinen Ball aber von der Lattenunterkante auf die Torlinie und von dort zurück ins Feld springen.
Tainis Zwillinge
Nicht mehr Glück hatte Anthony Andreu, der mit einem Schuss den Pfosten traf. Stade Nyonnais dominierte in dieser Phase die Partie und kam regelmässig zu Chancen. Nach knapp einer Stunde herrschte im Wiler Strafraum ein Tohuwabohu und die Gastgeber schossen binnen weniger Sekunden gleich vier Mal. Jedoch brachte immer noch ein Äbtestädter das Bein dazwischen oder die Waadtländer hatten das Visier zu wenig genau eingestellt.
Nur kurze Zeit später zielte Nyons Stürmer Frédéric Besseyre Richtung Lattenkreuz. Davide Taini war jedoch zur Stelle und krönte seine starke Leistung mit einer sehenswerten Flugeinlage, womit der Ball in den Corner gelenkt wurde. Es war nicht die einzige freudige Nachricht für den Wiler Torhüter. Er war unter der Woche zum zweiten Mal Vater geworden, dieses Mal von Zwillingen. Für Nachwuchs beim Bergholz-Klub scheint gesorgt.
Mehr Kraft am Schluss
Apropos Nachwuchs: Dieser war aus Wiler Sicht in Nyon gut vertreten. Da fünf Spieler der Ostschweizer verletzt waren, Marko Muslin eine Sperre absass und Jin-Kuk Kim mit der Olympia-Auswahl Nordkoreass unterwegs war, mussten die Äbtestädter mit einem knappen Kader auskommen. Dies hatte zur Folge, dass mit Mirco Oertig, Yannic Nagel und Fabian Schär – alle haben Jahrgang 1991 – gleich drei Spieler aus der zweiten Mannschaft auf der Bank sassen. Der noch nicht 18-jährige Schär kam in der Nachspielzeit für David Blumer ins Spiel und somit zu einem Debüt in der Challenge League.
Zu diesem Zeitpunkt hatten sich die Wiler gefangen und waren dem Sieg nahe. Vor allem Stipe Matic hätte einen Treffer erzielen können, ja müssen. Nach einem Foul Warpelins im eigenen Strafraum am durchgebrochenen Dario Lezcano legte sich der Captain knapp eine Viertelstunde vor Schluss den Ball auf den Elfmeterpunkt, scheiterte mit einem halbhohen Schuss jedoch am Schlussmann der Waadtländer. Da auch Blumer eine Möglichkeit vergab und in den Kontern die letzte Entschlossenheit fehlte, blieb es beim über das ganze Spiel gesehen gerechte Unentschieden. „Zuletzt hoffte ich auf einen Sieg, da wir gegen Ende der Partie mehr Kraft hatten als der Gegner. Das Remis ist jedoch gerecht“, resümierte Thoma.

FC Stade Nyonnais – FC Wil 1900 0:0
Colovray: 505 Zuschauer. – Sr: Gremaud.
FC Stade Nyonnais: Warpelin; Pauchard, Miéville, Cavaglia, Bolay; Mathieu Germanier, Damien Germanier, Andreu, Hysenaj (76. Ngindu); Besseyre, Luongo (76. Malfleury).
FC Wil 1900: Taini; Haziri, Matic, Sarr, Alija; Huber (63. Rodriguez), Schönenberger, Akdemir; Grossklaus; Lezcano, Blumer (92. Schär).
Bemerkungen: Nyon ohne Hyvernaud, Jean, Schneitter, Goetz, Hauser (verletzt), Arona, Budayici, Cardoso und Batardière (nicht im Aufgebot). Wil ohne Muslin (gesperrt), Di Gregorio, Madry, Kaiser, Gsell, Bellon (verletzt) und Kim (abwesend). 48. Freistoss von Mathieu Germanier an die Latte. 52. Pfostenschuss Andreu. 78. Warpelin wehrt Foulpenalty von Matic ab. Verwarnungen: 71. Miéville (Foul). 77. Warpelin (Foul). 91. Damien Germanier (Foul).

Dario Lezcano im Zweikampf mit dem ehemaligen Wiler Yvan Bolay.

Torhüter Davide Taini wurde Vater von Zwillingen. Die FC Wil-Familie gratuliert.

Am Support lag es dank der lautstarken Unterstützung der mitgeristen Wiler Fans nicht.

Direkt neben dem Stade Colovray in Nyon entsteht das neue UEFA-Gebäude.
Bericht/Bilder: Simon Dudle
29.11.09