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FC Vaduz - FC Wil 3:2
Eine gute Halbzeit genügte nicht
Der FC Wil verliert das Auswärtsspiel beim FC Vaduz mit 2:3.

Nach der Niederlage im Schweizer Cup gegen den FC St. Gallen muss der FC Wil im nächsten Ost-Derby wieder als Verlierer vom Platz. Genau wie das Ausscheiden in der AFG Arena wäre auch die 2:3-Niederlage beim FC Vaduz vermeidbar gewesen. Jedoch laufen die Äbtestädter beim Stand von 2:2 in ihrer Sturm und Drang-Phase in einen Konter und kassieren so den entscheidenden Treffer.
Rund eine halbe Stunde nach Spielschluss stand Wils Goalie Davide Taini vor der Haupttribüne des Rheinparkstadions und diskutierte mit dem ehemaligen Torhüter Jörg Stiel, der beim Schweizer Sportfernsehen als Co-Kommentator tätig ist. Thema der Unterredung war unter anderem die Szene in der 37. Minute, als der Schlussmann der Gäste einen Ausflug gemacht hatte. Da er diesen auf halbem Weg abbrach, konnte der Vaduzer Stürmer Kai Koitka sein Team mit einem Lobball ins leere Tor in Führung bringen.
Auch wenn dieser Gegentreffer nicht hätte sein müssen, so hatte er seine Berechtigung. Denn die Liechtensteiner waren zu Beginn des Spiels gefährlicher und näherten sich Stück für Stück der Führung. Der sonst treffsichere Nick Proschwitz vergab jedoch eine Grosschance und auch Koitkas Abschluss war nicht von Erfolg gekrönt.
Zwei Tore mit zwei Stürmern
Während sich die Gäste in der gesamten ersten Halbzeit keine nennenswerte Tormöglichkeit erspielten, hatte Vaduz noch ein zweites Mal Grund zur Freude. Proschwitz setzte sich im Wiler Strafraum durch und erzielte seinen zehnten Treffer im elften Meisterschaftsspiel für den FC Vaduz zur 2:0-Pausenführung.
Wer nun gedacht hatte, die Partie sei bei Halbzeit entschieden, der sah sich getäuscht. Denn die Gäste kamen entschlossener aus der Kabine und traten nun mit Tim Grossklaus als zweiter Sturmspitze neben David Blumer an. Die taktische Umstellung zeigte schnell Wirkung und binnen einer Minute herrschte wieder Status Quo. Zuerst profitierte Marko Muslin von einem Fehler der Liechtensteiner und der Franzose erzielte in seinem 26. Spiel im Dress des FC Wil den ersten Treffer für den Bergholz-Klub. Noch bevor die Jubelschreie der mitgereisten Fans verklungen waren, fiel der nächste Treffer für die Gäste. Dario Lezcano war es, der mit der zweiten Wiler Chance das zweite Tor für die Gäste erzielte.
„95 Prozent reichen nicht“
Nun hatten die Ostschweizer ihre stärkste Phase und sie standen dem Führungstreffer nahe. Jedoch vergab Tim Grossklaus zwei Möglichkeiten und Diren Akdemir traf nach knapp einer Stunde nur die Latte. Die Vaduzer waren verunsichert, gingen aber trotzdem wieder in Führung. Koitka sorgte mit seinem zweiten Treffer an diesem Abend für Ernüchterung bei den Wilern. Zwar strebten die Gäste in der Folge bis zuletzt den Ausgleich an und in der Nachspielzeit stürmte auch Taini, jedoch fruchteten die Angriffsversuche nicht mehr und es blieb bei einem Aufreger. David Blumer erzielte in der Schlussphase den vermeintlichen Ausgleich, der jedoch wegen Offside annulliert wurde.
„Wir waren in der ersten Halbzeit zu wenig aggressiv und zu weit von den Gegenspielern entfernt. Bei einem Widersacher wie Vaduz reichen 95 Prozent nicht zum Punktgewinn“, sagte Wils Trainer Didi Münstermann nach der Partie. Das 2:3 im Rheinpark war die erste Meisterschafts-Niederlage für den FC Wil seit dem 1:4 in Winterthur am 22. August. Sie dürfte die Äbtestädter ärgern, weil sie einerseits die erste Halbzeit verschlafen haben, und sie andererseits wegen dieser Niederlage den Sprung auf Platz fünf in der Tabelle verpassten.

FC Vaduz – FC Wil 1900 3:2 (2:0)
Rheinpark: 665 Zuschauer. – Sr: Jaccottet.
Tore: 37. Koitka 1:0. 43. Proschwitz 2:0. 51. Muslin 2:1. 52. Lezcano 2:2. 62. Koitka 3:2.
FC Vaduz: Jehle; Damian Bellon, Stuckmann, Noll, Cerrone; Burgmeier (63. Colocci), Franjic; Cerrone, Sutter (86. Bader), Stegmeyer; Proschwitz, Koitka (90. Ritzberger).
FC Wil 1900: Taini; Haziri, Matic, Madry, Huber; Muslin, Alija; Lezcano, Akdemir, Grossklaus; Blumer (86. Di Gregorio).
Bemerkungen: Vaduz ohne Deana, Fischer, Christen (verletzt), Löppert, Petrick, Akyer und Kempe (nicht im Aufgebot). Wil ohne Gsell, Kaiser (verletzt), Maag und Bolay (nicht im Aufgebot). 58. Lattenschuss Akdemir. 83. Tor von Blumer annulliert (Offside). Verwarnungen: 74. Haziri (Unsportlichkeit). 75. Koitka (Foul) 78. Sutter (Unsportlichkeit). 90. Muslin (Reklamieren).

Das Ost-Derby vermochte kaum Fans anzulocken: nur 665 Zuschauer im Rheinpark.

Nick Proschwitz erzielte im elften Saisonspiel seinen zehnten Treffer für den FC Vaduz.

Von den ruhenden Bällen - im Bild ist Naim Haziri - ging bei den Wilern kaum Gefahr aus.
Bericht/Bilder: Simon Dudle
26.10.09