« zurück
FC Wil - FC St. Gallen 1:2 (Cup)
Wiler schiesst Wil ab
Der FC Wil verliert das Cupspiel gegen den FC St. Gallen mit 1:2.

Diese Niederlage hätte nicht sein müssen. Der Bergholz-Klub hält sich im Cup-Sechzehntelfinal in der AFG Arena gegen den FC St. Gallen beachtlich und geht in der zweiten Halbzeit durch David Blumer gar in Führung. Zwei Unachtsamkeiten in der Wiler Defensive nach stehenden Bällen bringen dem Favoriten aber den Erfolg.
Am Ende blieb dem FC Wil einzig das Wissen, gegen den Favoriten aus der Super League gut mitgehalten zu haben und ehrenvoll ausgeschieden zu sein. Zum grossen Exploit reichte es nicht, weil die Wiler zwei Mal bei stehenden Bällen nicht aufmerksam gewesen waren.
Aber der Reihe nach: Zwar hatte St. Gallen in der ersten Halbzeit mehr Spielanteile, konnte diese aber nur selten in gute Möglichkeiten ummünzen. Ganz im Gegenteil zu den Äbtestädtern, die nach knapp einer Viertelstunde hätten in Führung gehen können. David Blumer kam nach einer Flanke aus kurzer Distanz zum Kopfball, sah diesen aber vom reflexschnellen Reto Bolli im St. Galler Tor abgewehrt. Es war eine von wenigen Chancen in der ersten Halbzeit. Das Gebotene vermochte die gut 9500 Zuschauer kaum zu erwärmen, was den Wilern jedoch egal sein konnte.
Elftes Tor im zwölften Pflichtspiel
Die Äbtestädter boten dem Favoriten aus dem Oberhaus gut Paroli und kamen bei Gegenstössen – wenn auch nicht allzu oft – zu Möglichkeiten. Beim Führungstreffer profitierte der Bergholz-Klub von einem individuellen Fehler Fernandos, der den Ball an Dario Lezcano verlor. Der Paraguayer bediente Blumer, der sich dieses Mal die Butter nicht vom Brot nehmen liess und zur vielumjubelten Führung für den Klub aus der Challenge League traf. Es war bereits Blumers elfter Treffer im zwölften Pflichtspiel der Saison.
St. Gallen, das zuvor enttäuscht hatte, biss sich nun ins Spiel und kam nach gut einer Stunde zum Ausgleich. Im Anschluss an den vierten Corner der Gallusstädter köpfte Pa Modou Jagne zum 1:1 ein. Somit hatte ein Spieler getroffen, der noch einen laufenden Vertrag auf dem Bergholz besitzt und bis kommenden Sommer an den Super League-Klub ausgeliehen ist.
Der FC Wil gewinnt
In der Schlussphase hätten beide Teams die Entscheidung herbeiführen können. Für Wil setzte Sally Sarr einen Schuss knapp neben das Tor, für St. Gallen verfehlte Fabian Frei das Ziel. Eben dieser Frei war es, der in der Nachspielzeit doch noch für die Entscheidung vor der Verlängerung sorgte. Nach einem Freistoss des ehemaligen Wilers Marco Hämmerli flog der Ball via Moreno Merenda an den Oberschenkel der Basler Leihgabe, der so die Partie entschied. „Das ist bitter“, sagte Wils Trainer Didi Münstermann nach der Partie und ergänzte: Wir haben die stehenden Bälle unter der Woche genau angeschaut, und doch zwei Treffer kassiert.“
St. Gallens Trainer Uli Forte war die Erleichterung über den Sieg anzumerken. Der Italiener hüpfte nach Freis Treffer euphorisch umher und sagte später an der Medienkonferenz: „Für uns zählt nur die Qualifikation für die Achtelfinals. Dieser Sieg hat einen unheimlich hohen Wert.“
Eine gute Meldung brachte dieser Sonntag aus Wiler Sicht doch noch. Die zweite Mannschaft kam nach zuletzt vier Spielen ohne Sieg wieder einmal zu einem Vollerfolg. Gegen Romanshorn siegte das Team von Trainer Andi Alder auf dem Bergholz mit 3:1 und übernahm wieder die Tabellenspitze.

FC Wil 1900 – FC St. Gallen 1:2 (0:0)
AFG Arena, St. Gallen: 9556 Zuschauer. – Sr: Hänni.
Tore: 53. Blumer 1:0. 63. Jagne 1:1. 92. Frei 1:2.
FC Wil 1900: Taini; Haziri, Matic, Madry, Alija (46. Bellon); Muslin; Lezcano, Akdemir, Sarr, Huber; Blumer (82. Grossklaus).
FC St. Gallen: Bolli; Zellweger, Lang, Schenkel, Fernando (58. Hämmerli); Zé Vitor (58. Jagne), Costanzo, Frei, Nushi; Merenda, Abegglen.
Bemerkungen: Wil ohne Gsell (verletzt) und Kaiser (nicht im Aufgebot). St. Gallen ohne Frick (krank), Haas, Caceres, Muntwiler, Knöpfel, Kollar, Koubsky und Winter (verletzt). Verwarnungen: 13. Madry (Foul). 16. Nushi (Foul). 73. Lezcano (Ballwegschlagen). 82. Haziri (Foul). 89. Huber (Foul).

Die Äbtestädter hielten gut mit und mussten sich erst in der 92. Minute geschlagen geben.

Gut 9500 Fans schauten sich an einem kühlen Sonntag das Derby in der AFG Arena an.

Dank Geduld und viel Einsatz gingen die Wiler verdient in Führung.

Wil-Trainer Didi Münstermann war mit der Leistung zufrieden.

Die St. Galler mussten den Wilern doch einige Möglichkeiten zugestehen.

Der Ex-St. Galler Yago Bellon im Einsatz gegen seinte ehemaligen Kollegen.

Von Beginn an spielten die Wiler frecht nach vorne und versteckten sich nicht.

Dario Lezcano zeigte eine gute Partie und wirbelte auf der rechten Seite als Flügelspieler.

Nach dem Cup-Auss können sich die Wiler nun wieder auf die Meisterschaft konsentrieren.

Sally Sarr hatte kurz vor der Ende der Partie eine gute Möglichkeit zur Führung, nutzte sie aber nicht.

Wenige Emotionen beim Derby - die Akteure zeigten mehrheitlich ein faires Spiel.

Trotz zwei Gegentoren war Wil-Torhüter Davide Tanini einmal mehr ein sicherer Rückhalt.
Bericht: Simon Dudle
Bilder: Deborah Rutz
18.10.09