« zurück
Cup: FC Thalwil (2. Liga interregional) - FC Wil 0:4 n.V.
Mit Mühe eine Runde weiter
Der FC Wil gewinnt in der 1. Hauptrunde des Schweizer Cups bei Thalwil mit 4:0 nach Verlängerung.

Wie jedes Jahr tut sich der FC Wil auch heuer in der 1. Hauptrunde des Schweizer Cups schwer. Beim 4:0-Sieg gegen Thalwil aus der 2. Liga interregional bringt er den Ball während 90 Minuten nicht im gegnerischen Tor unter, dafür in der Verlängerung in 17 Minuten gleich vier Mal. David Blumer ist mit drei Toren der Matchwinner.
Seit dem Abstieg des FC Wil aus der Super League im Sommer 2004 hatte er in der 1. Hauptrunde des Schweizer Cups nie mit mehr als einem Tor Unterschied gewonnen. Von dem her ist der 4:0-Sieg beim FC Thalwil als Erfolg zu werten. Da dieser etwas gar deutliche Erfolg erst in der Verlängerung zustande kam und die Leistung während der ersten 90 Minuten maximal durchschnittlich war, muss das Resultat in die Relationen gesetzt werden.
Die Ostschweizer taten sich am Zürichsee lange schwer, obwohl sie die bessere Mannschaft waren. Ihr Angriffsspiel – es wurde häufig mit Diagonalpässen operiert – war etwas gar einfach auszurechnen. Trotzdem ergaben sich immer wieder Chancen. Schon in der Startphase vergaben David Blumer und Marko Muslin eine Möglichkeit, bis zur Pause machten es diese beiden Akteure in weiteren Aktionen nicht besser.
Späte Entscheidung
Nach dem Seitenwechsel wurden die Möglichkeiten der Gäste zahlreicher. Die beste vergab erneut Blumer, als er alleine vor dem starken Thalwiler Torhüter Manuel Gasser auftauchte, jedoch an diesem scheiterte. Zu jenem Zeitpunkt waren 75 Minuten gespielt und die Zeit begann den Äbtestädtern davonzulaufen. Gegen den solid spielenden Underdog fanden die Gäste kein Rezept, um in der regulären Spielzeit die Entscheidung herbeizuführen.
In der Verlängerung ging es dann dafür Schlag auf Schlag. Zuerst scheiterte Muslin – der den geschonten Stipe Matic als Penaltyschütze vertrat – mit einem Elfmeter an Gasser. In der 94. Minute war der erlösende Treffer Tatsache. Und dieser fiel auf sehenswerte Art. Nach einer genauen Hereingabe von Dario Lezcano traf Blumer aus kurzer Distanz zur Wiler Führung. Damit war der Widerstand der Zürcher gebrochen und die Gäste hatten fortan leichtes Spiel. Noch vor dem dritten Seitenwechsel entschied Tim Grossklaus nach Vorarbeit von Lezcano und Yago Bellon mit dem 2:0 die Partie.
Kein Wunschgegner
Die letzten 15 Minuten musste Thalwil in Unterzahl bestreiten. Marco D’Alto konnte – von Krämpfen geplagt – nicht mehr weiterspielen. Da die Zürcher bereits drei Mal ausgewechselt hatten, mussten die die Partie in numerischer Unterzahl beenden. Gabriele Di Cristo widerfuhr gleiches Schicksal, so dass der interregionale 2. Ligist während fünf Minuten gar nur noch mit acht Feldspielern auskommen musste. Blumer nützte die Freiheiten und sorgte mit dem 3:0 und dem 4:0 für deutliche Verhältnisse. Somit hat der Stürmer in acht Pflichtspielen bereits neun Tore für den FC Wil erzielt.
Trainer Didi Münstermann mochte sich nach der Partie nicht allzu sehr über die ersten 90 Minuten ärgern: „Wir hatten schon in der regulären Spielzeit genug Möglichkeiten, um die Partie zu entscheiden. Wichtig ist, dass wir uns qualifiziert haben.“ Angesprochen auf den Wunschgegner für die nächste Runde sagte der Berner: „Es ist wie in der vergangenen Saison. Wir wollen möglich weit kommen. Einen eigentlichen Lieblingsgegner gibt es aber nicht.“ Will heissen, dass er sich für die nächste Runde wohl ein weiteres Auswärtsspiel wünscht.

FC Thalwil (2. Liga interregional) – FC Wil 1900 0:4 n.V. (0:0, 0:2)
Etzliberg: 400 Zuschauer. – Sr: Gut.
Tore: 94. Blumer 0:1. 105. Grossklaus 0:2. 107. Blumer 0:3. 111. Blumer 0:4.
FC Thalwil: Gasser; Seeholzer, Oswald, Häcki, Marco D’Alto; Gentile; Castellana (65. Di Cristo), Gonzales (82. Franco D’Alto), Attademo (74. Zimmermann), Reiffer; Barreiro.
FC Wil 1900: Taini; Haziri, Alija, Madry, Kaiser (69. Grossklaus); Muslin; Lezcano (106. Rodriguez), Bellon, Akdemir, Kim (46. Huber); Blumer.
Bemerkungen: Thalwil ohne Hasic (gesperrt), Arce, Röthlisberger, Will (verletzt) und Sgouros (nicht im Aufgebot). Wil ohne Gsell (verletzt), Bolay, Sarr und Maag (nicht im Aufgebot). 92. Gasser hält Foulpenalty von Muslin. Thalwil in der zweiten Halbzeit der Verlängerung nur mit zehn Spielern auf dem Feld, da Marco D’Alto mit Krämpfen ausschied und das Wechselkontingent erschöpft war. Verwarnungen: 39. Haziri (Foul). 45. Marco D’Alto (Foul). 72. Reiffer (Foul). 73. Huber (Ballwegschlagen). 103. Bellon (Unsportlichkeit).

FC Wil-Präsident Roger Bigger (rechts) gefielen die ersten 90 Minuten nicht.

Die Thalwiler zeigten sich gut 90 Minuten lang als geschlossene Einheit.

Von Krämpfen geplagt mussten zwei Zürcher Spieler aussetzen.

Den besten Platz im "Stadion" hatte der Platzspeaker.

Am Ende des Spiels konnten doch die Wiler Fahnen geschwenkt werden.
Bericht/Bilder: Simon Dudle
19.09.09