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FC Wil - FC Gossau 4:0

Befreiungsschlag gegen Gossau

Der FC Wil gewinnt das Heim-Derby gegen den FC Gossau mit 4:0.

 

 

Das ist Balsam auf die zuletzt angekratzte Wiler Seele. Beim 4:0-Heimsieg im Derby gegen Gossau geht der Bergholz-Klub schon nach gut zwei Minuten in Führung und landet den höchsten Sieg seit über einem Jahr. Zwei Mal David Blumer, der starke Nicolas Huber und Stipe Matic mittels Foulpenalty erzielen die Tore zum verdienten Erfolg.

 

Das Derby gegen Gossau war ein Spiel, das für die Wiler lief. Schon in der dritten Minute gingen die Äbtestädter mit der zweiten Chance in Führung. Nach einem haarsträubenden Fehler Sandro Gugelmanns konnte Nicolas Huber alleine auf den Gossauer Torhüter Tobias Sutter zulaufen. Statt selber den Führungstreffer zu suchen, behielt der Flügelspieler die Übersicht und bediente den mitgelaufenen David Blumer, der ins leere Tor einschieben konnte. Dieses frühe 1:0 war für die Wiler wichtig, um keine Nervosität aufkommen zu lassen.

Im Vergleich zu den vorangehenden Spielen griff der Bergholz-Klub den Gegner schon weit in dessen Hälfte an und provozierte somit Fehler. Trotzdem konnte nicht verhindert werden, dass Blerim Ibrahimi nach einer halben Stunde beinahe den Ausgleich erzielt hätte. Nach einem Stellungsfehler in der Wiler Defensive kam der Gossauer recht unbedrängt zum Abschluss, verfehlte aber das Ziel.

 

Angenehme Pflichterfüllung

Es war eine der wenigen Chancen der Gäste, die nur in der ersten Halbzeit mitzuhalten vermochten. Das 2:0 von Nicolas Huber nur drei Minuten nach der Pause war bereits gleichbedeutend mit der Entscheidung. Diesen Treffer hatte sich Huber redlich verdient. Einerseits war es im 52. Meisterschaftsspiel sein erstes Tor für den FC Wil, andererseits war der Wirbelwind einer der auffälligsten Wiler an diesem Montagabend. Nachdem er in der Vergangenheit schon oft nahe am Torerfolg gewesen war, glückte ihm nun das krönende Erlebnis. Der Applaus bei seiner Auswechslung zehn Minuten vor Schluss war ihm gewiss.

Der Rest der Partie war aus Wiler Sicht eine angenehme Pflichterfüllung. Nach einem Foul im Strafraum an Dario Lezcano gab es Penalty, den Verteidiger Stipe Matic zu seinem bereits dritten Saisontreffer verwertete. In der Schlussphase tauchte Blumer alleine vor Sutter auf und markierte seinen zweiten Treffer an diesem Abend, bereits sein sechster in dieser Saison.

 

Lässer parkt falsch

Mit diesem 4:0 – es war der höchste Wiler Sieg seit dem 5:1 im Heimspiel gegen Wohlen im Mai 2008 – machte der Bergholz-Klub einen Sprung auf Platz sieben in der Tabelle. Dazu war eine Leistung nötig, die zwar Zaungast Andy Egli nicht an die Champions League erinnerte, aber doch genügte, um Gossau zu besiegen. Ein Befreiungsschlag vor dem unangenehmen Cupspiel am Samstag in Thalwil war es allemal.

Wils Trainer Didi Münstermann zeigte sich erfreut, dass die Anstrengungen der vergangenen beiden Wochen Früchte trugen. „Es stand nicht das Resultat im Vordergrund, sondern die Leistung“, sagte der Trainer und ergänzte: „Engagement und Einsatz waren sehr positiv. Die Spieler haben füreinander gekämpft und sich gegenseitig gecoacht.“

Da die Partie schon früh entschieden war, blieb Zeit für die eine oder andere Anekdote. So zum Beispiel jene von Sportfernsehen-Moderatorin Claudia Lässer. Sie war etwas knapp im Bergholz erschienen und stellte den Wagen im Halteverbot direkt vor dem Stadion ab. Dies hatte zur Konsequenz, dass sie kurz vor Spielbeginn umparkieren musste.

 

 

FC Wil 1900 – FC Gossau 4:0 (1:0)

Bergholz: 1060 Zuschauer. – Sr: Klossner.

Tore: 3. Blumer 1:0. 48. Huber 2:0. 69. Matic (Foulpenalty) 3:0. 87. Blumer 4:0.

FC Wil 1900: Taini; Haziri, Matic, Madry, Alija (87. Kaiser); Akdemir, Muslin, Bellon, Huber (80. Rodriguez); Lezcano, Blumer.

FC Gossau: Sutter; Gugelmann, Zancanaro, Soljic, Lütolf (43. Sanchez); De Lima (63. Bigoni); Holenstein, Ibrahimi, Schiendorfer (55. Eggmann), Avanzini; Todisco.

Bemerkungen: Wil ohne Grossklaus (krank), Gsell, Di Gregorio (verletzt), Kim, Bolay, Maag (nicht im Aufgebot). Gossau ohne Graf (gesperrt), Leite (verletzt), Christen, Voljanovski (nicht im Aufgebot). 31. Tor von Blumer annulliert (Foul). 40. Lütolf mit Kopfverletzung ausgeschieden. Verwarnungen: 18. Soljic (Foul). 51. Gugelmann (Foul). 65. Avanzini (Foul). 76. Ibrahimi (Foul). 78. Haziri (Foul).

 

Der FC Wil gewinnt das Derby gegen Gossau deutlich mit 4:0 und bleibt in diesem Jahr zu Hause ungeschlagen (im Bild: Bellon).

 

Neuzugang David Blumer (links) durfte sich als Doppeltorschütze feiern lassen. Zudem trafen Nicolas Huber und Stipe Matic für das Heimteam.

 

Endlich konnten die Wiler ihre bekannte Abwehr-Stärke unter Beweis stellen und spielten beim zweiten Saisonsieg zu Null (im Bild: Haziri).

 

Claudio Holenstein (links), auf diese Saison hin von Wil an Gossau ausgeliehen, im Zweikampf mit dem Ex-Gossauer Ifraim Alija.

 

Blond: SSF-Moderatorin Claudia Lässer parkierte ihren Wagen im absoluten Halteverbot des Stadioneingangs - so etwas kann teuer werden.

 

Nicolas Huber sorgte mit seinem Treffer zum 2:0 kurz nach der Pause für die Entscheidung im Derby und war einer der auffälligsten Spieler.

 

Nach seiner Verletzungspause kehrte der Neo-Papi Dario Lezcano wieder in die Startformation der Äbtestädter zurück.

 

Marc Lütolf kam zwar nach kurzer Pflege wieder auf den Platz zurück, musste sich nach ein paar Kopfbällen aber endgültig auswechseln lassen.

 

Gossau machte sich das Leben selber schwer und war an allen vier Gegentreffer mit individuellen Fehlern in der Abwehr beteiligt (im Bild: Muslin).

 

Bericht: Simon Dudle

Bilder: Deborah Rutz

14.09.09