« zurück
FC Wil - SC Kriens 3:3
Der Aufsteiger war besser
Der FC Wil und der SC Kriens trennen sich 3:3 unentschieden.

Im sechsten Saisonspiel gewinnt der FC Wil zwar den sechsten Punkt, gegen den Aufsteiger SC Kriens war die Leistung wie in den Partien zuvor jedoch keineswegs berauschend. Hätten die Äbtestädter nicht effizient aufgespielt, wären sie als verdienter Verlierer vom Platz gegangen. Für die positive Meldung des Tages war die zweite Mannschaft verantwortlich.
Der FC Wil ging in dieser Saison zum dritten Mal in der Startviertelstunde in Führung, verliess in allen diesen Spielen das Feld jedoch nicht als Sieger. Gegen Kriens sah es bis sechs Minuten vor dem Ende nach dem ersten Heimsieg der Saison aus, jedoch wäre ein Vollerfolg des Guten zuviel gewesen. Denn von der Spielanlage her präsentierte sich der SC Kriens – vorab in der ersten Halbzeit – wie die Heimmannschaft und hatte mehr Spielanteile. Vor allem das Mittelfeld gehörte zur Mehrheit den Gästen. Mit ihrer ersten Möglichkeit ging jedoch der Bergholz-Klub in Führung. Nach einer Balleroberung Nicolas Hubers in der Platzhälfte der Innerschweizer gelangte das Spielgerät zu Tim Grossklaus, der seinen dritten Saisontreffer erzielte.
Die Freude war jedoch nur von kurzer Dauer. Nach gut einer Viertelstunde fühlte sich niemand für Raphael Darbellay zuständig, der sich nicht zwei Mal bitten liess und für die Gäste zum 1:1 ausglich. Da die Innerschweizer weiterhin die bessere Mannschaft waren, verdienten sie sich den Führungstreffer durch Daniel Fanger nach einer halben Stunde. Wiederum hatte der Torschütze zu viele Freiheiten genossen.
Kriens dem Sieg nahe
Dass die Wiler nicht in Rückstand liegend die Seiten wechselten, schmeichelte ihnen. Nachdem sich der Krienser Marco Mangold mit der Hand in einen Schuss geworfen und Schiedsrichter David Devouge auf Penalty entschieden hatte, erzielte Stipe Matic seinen ersten Saisontreffer.
Nach dem Seitenwechsel steigerten sich die Wiler und gestalteten die Partie ausgeglichen. Der Lohn für den verbesserten Auftritt war der Führungstreffer nach gut einer Stunde. Im Anschluss an eine genaue Flanke von Grossklaus war David Blumer zur Stelle und erzielte mittels Direktabnahme das 3:2. Zum Sieg reichte diese Führung nicht, weil auch beim dritten Tor der Innerschweizer die Wiler Hintermannschaft nicht gut aussah. Nico Thüring, der beim Stand von 2:2 eine Grosschance vergeben hatte, bedankte sich und traf sechs Minuten vor dem Ende zum 3:3. Dass dies das Schlussresultat war, musste die Krienser ärgern. Denn sie hatten in Person von Thierry Stadelmann noch eine gute Möglichkeit, ihren ersten Auswärtssieg seit dem Wideraufstieg einzufahren. Trotz des durchzogenen Auftritts bleiben die Wiler im Jahr 2009 vor dem eigenen Anhang unbesiegt.
„Müssen grundsätzliche Fragen stellen“
„Diese Leistung war eine weitere Enttäuschung“, sagte Wils Trainer Didi Münstermann nach der Partie und ergänzte: „Es ist gut, dass nun eine zweiwöchige Pause kommt. Wir müssen uns grundsätzliche Fragen stellen. Ambitionen und Realität sind bei uns momentan weit voneinander entfernt.“
Einmal mehr war die zweite Mannschaft für die gute Nachricht des Tages verantwortlich. Die U20 setzte sich in der 2. Liga beim FC Winkeln mit 2:0 durch und gewann im dritten Spiel zum dritten Mal. Die Tore erzielten Jan Acklin und Gerardo Jadanza in der Schlussphase. Zuvor hatte Torhüter Timon Waldvogel mit einer spektakulären Parade einen Rückstand verhindert. Der Aufstieg in die interregionale 2. Liga ist aber trotz Tabellenführung vorerst nicht das Thema. „Irgendwann wird ein Einbruch kommen. Das sind alles noch Junioren, die nicht über drei Monate konstant gut spielen können“, sagte U20-Trainer Andi Adler.

FC Wil 1900 – SC Kriens 3:3 (2:2)
Bergholz: 950 Zuschauer. - Sr: Devouge.
Tore: 11. Grossklaus 1:0. 16. Darbellay 1:1. 31. Fanger 1:2. 40. Matic (Handspenalty) 2:2. 65. Blumer 3:2. 84. Thüring 3:3
FC Wil 1900: Taini; Haziri, Madry, Matic, Huber; Schönenberger (71. Kaiser); Bellon, Muslin, Akdemir; Grossklaus, Blumer.
SC Kriens: Djukic; Barmettler (71. Tadic), Ferricchio, Ribeiro, Fanger; Foschini, Darbellay, Mangold (57. Masiero), Thüring (92. Bucheli); Stadelmann, Pekas.
Bemerkungen: Wil ohne Lezcano, Alija und Gsell (verletzt), Bolay, Maag, Sarr und Di Gregorio (nicht im Aufgebot). Kriens ohne Piu, Meier und Grasseler (verletzt), Souto und Colacino (nicht im Aufgebot). Verwarnungen: 19. Djukic (Spielverzögerung). 38. Mangold (Foul).

Diren Akdemir gehört seit Kurzem wieder zum Kader des FC Wil.

Die Wiler bekunden jedes Jahr mit den Aufsteigern grosse Mühe.

David Blumer erzielte zwar einen Treffer, blieb aber eher blass.

Wil-Trainer Dieter Münstermann bezeichnete sich als "emotional aufgewühlt".

Der Deutsche Tim Grossklaus brachte die Wiler in der 11. Minute in Führung.

Vor allem in der Abwehr zeigen die Wiler im Moment ungewohnte Schwächen.

Einmal mehr war Nicolas Huber einer der auffälligsten Wiler auf dem Platz.

Die Präsidenten-Tochter Joana Bigger zeigte sich gleich kritisch wie ihr Papi.

Am Donnerstag, dem 3. September, tragen die Wiler ein Testspiel gegen Altach aus.

Neo-Papi Dario Leczano musste verletzungsbedingt auf der Tribüne platz nehmen.

Ein possitiver Aspeckt: Gegen Kriens verwertete die Wiler ihre Möglichkeiten.

Trotz Schwächen in der Defensive: Auf Goali Davide Taini ist Verlass.

Bei herrlichem Sommerwetter kam auch manch ein zukünftiger Fussball-Experte ins Bergholz.
Meldung/Bilder: Debbie Rutz