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FC Winterthur - FC Wil 4:1

Zu viele Schwachpunkte

Der FC Wil verliert das Auswärtsspiel gegen den FC Winterthur mit 1:4.

 

 

Im zweiten Auswärts-Derby innerhalb einer Woche kassiert der FC Wil die zweite Niederlage. Auf das 2:3 in Schaffhausen folgt ein 1:4 in Winterthur. Auf der Schützenweise verspielt der Bergholz-Klub mit zwei Gegentoren in den ersten acht Minuten bereit früh die Chance auf einen Punktgewinn. Zu viele Schwachpunkte im Wiler Spiel verhinderten eine Korrektur des Resultats.

 

Zum ersten Mal in seiner Wirkenszeit beim FC Wil muss Trainer Didi Münstermann eine Niederlage mit mehr als einem Tor Unterschied akzeptieren. Seit dem 15. März 2008 und dem 1:4 in Vaduz, also seit mehr als 17 Monaten, setzte es für den Bergholz-Klub wieder einmal eine hohe Niederlage ab. Das Unheil nahm schon in der Startphase seinen Lauf. In den ersten zehn Minuten erspielten sich die Eulachstädter nicht weniger als vier hochkarätige Möglichkeiten, von denen sie zwei verwerteten. Juninhos eigentlich schwacher Schuss wurde unglücklich abgelenkt und flog zur Winterthurer Führung ins Tor. Noch bevor die Jubelschreie der 2700 Zuschauer verklungen waren, beging Sally Sarr ein Foul und verursachte einen Penalty, den Rainer Bieli zum 2:0 verwertete.

Somit lag der FC Wil bereits vorentscheidend in Rückstand, noch bevor er richtig ins Spiel gefunden hatte. „Dabei hatten wir uns vorgenommen, so lange wie möglich kein Tor zu erhalten“, sagte Wils Trainer Didi Münstermann nach der Partie.

 

Ins Spiel gekämpft

Immerhin durfte er in der Folge mit ansehen, dass sich die Äbtestädter Stück für Stück ins Spiel kämpften. Jedoch waren Chancen in der ersten Halbzeit Mangelware. Es gab nur eine sehenswerte Aktion, die bei Tim Grossklaus ihren Abschluss fand. Der Deutsche schoss aus aussichtsreicher Position jedoch über das Tor.

Nach dem Seitenwechsel überliessen die Einheimischen dem FC Wil das Spieldiktat und verlegte sich aufs Kontern. Und prompt kamen die Gäste zu einer Grosschance. In der 52. Minute hätte David Blumer alleine vor dem Winterthurer Torhüter Vaso Vasic einen Treffer erzielen müssen, sein Abschluss war jedoch zu überhastet. Auch Grossklaus machte es nicht besser, als er den Schlussmann bereits umspielt hatte, den Abschluss aber zu sehr verzögerte. Winterthur machte war effizienter und Innocent Emeghara erzielte aus einem Konter die Siegsicherung. Daran änderte auch der Umstand nichts, dass Blumer für die Gäste eine gute Viertelstunde vor Schluss sein dritter Saisontreffer gelang. Denn für eine wirkliche Aufholjagd waren die Wiler im offensiven Bereich zu limitiert.

 

„Alle müssen sich hinterfragen“

So sollte die Nachspielzeit kommen, in der Schiedsrichter Daniel Wermelinger – er pfiff aufgrund eines kurzfristigen Schiedsrichter-Abtausches zum zweiten Mal ein Spiel der Wiler innerhalb einer Woche – auf Intervention seines Assistenten dem Heimteam einen weiteren und in diesem Fall mehr als grosszügigen Penalty zusprach. Dieses Geschenk nahm der ehemalige Wiler Goran Antic an und traf vom Elfmeterpunkt aus zum Schlussresultat. Es war festzuhalten, dass alle drei Stürmer der Winterthurer an diesem Abend erfolgreich waren und der Bergholz-Klub nun in fünf Spielen schon mehr Gegentore kassiert hat als in der gesamten Rückrunde der vergangenen Saison. „Wir hatten heute zu viele Schwachpunkte“, resümierte Münstermann und ergänzte: „Alle müssen sich nun selber hinterfragen.“

Für die positive Meldung des Tages war, wie schon vor einer Woche, die zweite Mannschaft des FC Wil verantwortlich. Nach dem 2:1-Sieg in Flawil gewinnt das U20-Team das Heimspiel gegen Wängi durch einen Treffer in der 68. Minute mit 1:0. Das Team von Trainer Andi Alder ist – zumindest für eine Nacht – Tabellenführer der 2. Liga Gruppe 2.

 

 

FC Winterthur – FC Wil 1900 4:1 (2:0)

Schützenwiese: 2700 Zuschauer. – Sr: Wermelinger.

Tore: 5. Juninho 1:0. 8. Bieli (Foulpenalty) 2:0. 64. Emeghara 3:0. 73. Blumer 3:1. 93. Antic (Foulpenalty) 4:1.

FC Winterthur: Vasic; von Niederhäusern, Iten, Schnorf, Lenjani; Juninho, Abrashi, Radice; Emeghara (91. Serafini), Antic, Bieli.

FC Wil 1900: Taini; Haziri, Madry, Matic, Kaiser (85. Bellon); Kim (64. Rodriguez), Sarr, Muslin, Huber; Grossklaus; Blumer.

Bemerkungen: Winterthur ohne Zuffi, Kuzmanovic, Sprunger, Lüscher und Frangao (verletzt). Wil ohne Gsell, Lezcano, Alija (verletzt), Bolay und Maag (nicht im Aufgebot). Verwarnungen: 82. Juninho (Foul). 84. Vasic (Spielverzögerung). 86. Matic (Foul).

 

Die Winterthurer gewannen die Mehrzahl der Luft-Zweikämpfe.

 

Aus Personalnot spielte Nicolas Huber trotz Verletzung.

 

Kein Durchkommen für den FC Wil auf der Schützenwiese.

 

Bericht/Bilder: Simon Dudle

22.08.09