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FC Schaffhausen - FC Wil 3:2
Viel Aufwand, kein Ertrag
Der FC Wil verliert das Auswärtsspiel beim FC Schaffhausen mit 2:3.

Der Bergholz-Klub bezieht seine erste Niederlage seit dem 2. April. Beim 2:3 gegen den FC Schaffhausen betreiben die Wiler zwar einen grossen Aufwand, kommen aber nur zu wenigen Torchancen. Die Treffer von David Blumer und Stipe Matic genügen darum nicht zu einem Punktgewinn, weil die Defensive zu anfällig ist.
Es schien ein perfekter Abend für den FC Wil zu werden. Bei hervorragenden äusseren Bedingungen gingen die Gäste schon früh in Führung. Nach gut sechs Minuten und einer Flanke des Nordkoreaners Jin-Kuk Kim besass David Blumer im gegnerischen Strafraum erstaunlich viele Freiheiten, die er zu seinem zweiten Saisontreffer ausnutzte.
Dieses frühe Tor schien Grundstein für einen Sieg zu sein. Denn die Schaffhauser – in den Spielen zuvor von den Aufsteigern Kriens und Le Mont Lausanne besiegt – strotzten wahrlich nicht vor Selbstvertrauen. Die Gäste halfen jedoch mit, um dies zu ändern. Beim Ausgleich liess sich die Wiler Defensive schwindlig spielen, so dass sich der gefährliche Ben Katanha die Ecke aussuchen konnte. Vor dem zweiten Gegentor brachten die Gäste den Ball nicht aus der Gefahrenzone. Florian Berisha traf mit einem sehenswerten Schuss zum 2:1 für die Munotstädter.
Zwei ähnliche Tore
In der Folge konnte den Äbtestädtern zwar keineswegs mangelnde Einsatzbereitschaft vorgeworfen werden. Die Gäste betrieben einen grossen Aufwand, kamen jedoch nur zu wenigen Möglichkeiten. Die beste Chance vergab Tim Grossklaus kurz nach der Pause, als er alleine vor dem Schaffhauser Torhüter Flamur Tahiraj den Ball nicht kontrollieren konnte.
Das Heimteam war gefährlicher. Vor allem Katanha hätte schon frühzeitig den dritten Treffer erzielen können. Sein Kopfball nach einem Corner flog jedoch knapp über das Tor. Die vermeintliche Siegsicherung gelang den Nordostschweizern in der 82. Minute. Nach einem Freistoss von rechts traf Christian Schlauri aus kurzer Distanz zum 3:1. Da sich auf der Gegenseite nur zwei Minuten später eine Kopie des dritten Schaffhauser Tores ereignete – Stipe Matic verwertete eine genaue Freistossflanke von Naim Haziri – blieb die Partie spannend. In der Nachspielzeit warfen die Gäste alles nach vorne und Schaffhausen kam ins Schwimmen. Der Ausgleich wollte aber nicht mehr fallen.
Trotzdem Positives
So musste der FC Wil zum ersten Mal seit dem 2. April, als es bei Stade Nyonnais eine 0:1-Niederlage abgesetzt hatte, in den sauren Apfel beissen. Trainer Didi Münstermann sagte nach der Partie: „Der Sieg der Schaffhauser ist nicht gestohlen. Wir haben zwar alles gegeben, standen jedoch zu wenig kompakt.“
Trotzdem gab es an diesem Abend aus Äbtestädter Sicht Positives zu vermelden. Zum Einen verdienten sich die mitgereisten Wiler Anhänger ein Lob. Sie unterstützen ihre Mannschaft lautstark und sorgten für Derby-Atmosphäre. Nur schade, dass die Sicherheitskräfte von der fairen Stimmung nichts mitbekommen hatten. Sie wollten nach dem Spiel verhindern, dass im Wiler Fanbus auch einige Schaffhauser mitreisten. Bis zu den Verantwortlichen schien nicht vorgedrungen zu sein, dass die beiden Fangruppierungen schon mehrere Jahre eine Freundschaft verbindet.
Die andere Erfolgsmeldung betrifft die zweite Mannschaft des FC Wil, die mit einem Sieg in die 2. Liga-Saison gestartet ist. Das Team von Trainer Andreas Adler gewann auswärts beim FC Flawil, der in der Vorbereitung alle Testspiele siegreich bestritten hatte, mit 2:1.

FC Schaffhausen – FC Wil 1900 3:2 (2:1)
Breite: 850 Zuschauer. – Sr: Wermelinger.
Tore: 7. Blumer 0:1. 23. Katanha 1:1. 29. Berisha 2:1. 82. Schlauri 3:1. 84. Matic 3:2.
FC Schaffhausen: Tahiraj; Stamm, Nganga, Kohler, Schlauri; Jonuzi (81. Läng), D’Acunto, Nater, Weller (79. Frontino); Katanha (86. Etemi), Berisha.
FC Wil 1900: Taini; Haziri, Alija, Matic, Kaiser (83. Bellon); Schönenberger (46. Madry); Sarr, Muslin, Kim (46. Rodriguez); Grossklaus; Blumer.
Bemerkungen: Schaffhausen ohne Ademi (gesperrt), Tofiloski, Mollet (verletzt), Pfeiffer und Hauser (nicht im Aufgebot). Wil ohne Gsell, Lezcano, Huber (verletzt), Bolay und Maag (nicht im Aufgebot). Verwarnungen: 63. Berisha (Reklamieren). 78. Haziri (Foul). 90. Matic (Foul). 94. Nganga (Spielverzögerung).

Jin-Kuk Kim bereitete schon in der Startphase den Führungstreffer der Wiler vor.

Die Äbtestädter zeigten vor allem in der Abwehr ungewohnte Schwächen.

Auch Abwehrspieler Lucca Kaiser konnte die drei Gegentore nicht verhindern.

Trainer Didi Münstermann nahm bereits in der Pause einen Doppelwechsel vor.

In Schaffhausen gab es auch neben dem Fussballplatz Einiges zu bestaunen.

In der kommenden Partie trifft der Bergholz-Klub auswärts auf Winterthur.
Bericht: Simon Dudle
Bilder: Deborah Rutz/Simon Dudle
15.08.09