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FC Wil - FC Locarno 1:1
Wieder kein Heimsieg gegen Locarno
Der FC Wil und der FC Locarno trennen sich 1:1 unentschieden.

Der Bergholz-Klub kommt zum zweiten Heim-1:1 binnen vier Tagen. Gegen Locarno müssen die Wiler bis zur dritten Minute der Nachspielzeit einem Rückstand nachrennen, ehe Ifraim Alija doch noch der Ausgleichstreffer gelingt. Trotz des späten Punktgewinns dürfen die Ostschweizer mit ihrer Darbietung nicht wirklich zufrieden sein.
Das Positive vorweg: Der FC Wil glaubte gegen Locarno bis zuletzt an den Ausgleichstreffer zum 1:1 und realisierte diesen in der 93. Minute durch Ifraim Alija. Zuvor taten sie sich gegen einen äusserst defensiven Gegner jedoch sehr schwer. Trainer Didi Münstermann sagte nach der Partie: „Die kamen hierher und machten nichts für das Spiel. So ist es natürlich schwierig.“
Den Wilern wäre gewiss entgegengekommen, wenn sie schon früh den Führungstreffer erzielt hätten. Oder wie es Münstermann formulierte: „Dann hätte auch Locarno etwas für das Spiel machen müssen.“ Möglichkeiten für das 1:0 waren in der ersten Halbzeit vorhanden. Die besten Chancen vergaben David Blumer und Nicolas Huber, der nach einem sehenswerten Solo noch an der Schussabgabe gehindert werden konnte. Die Gäste aus dem Tessin waren praktisch nur mit Distanzschüssen gefährlich. Im Wiler Strafraum waren sie während der gesamten Partie nur ein einziges Mal nachhaltig zugegen. Dieser Vorstoss nach knapp einer Stunde genügte jedoch für den Führungstreffer.
Rossinis Freiheiten
Zwar standen mehrere Spieler in der Nähe des Torschützen Patrick Rossini, keiner der Defensivleute deckte jedoch die einzige Sturmspitze der Gäste eng genug. So konnte dieser nach einem Einwurf per Kopf das 1:0 für die Tessiner erzielen. „Wir haben gegen Servette und Locarno keine einzige Torchance aus dem Spiel heraus zugelassen und trotzdem zwei Gegentreffer kassiert. Das muss uns zu denken geben“, sagte Münstermann nach der Partie.
Nach dem 0:1 brauchten die Gastgeber eine Weile, bis sie sich vom Schock erholt hatten. Die Angriffsbemühungen waren meistens zu unpräzis und aus dem Mittelfeld kamen zu wenige Impulse. Erst in der Schlussphase, als Mittelfeldspieler Yago Bellon Verteidiger Przemek Madry ersetzt hatte, erhöhten die Wiler die offensive Schlagzahl und kamen zu einigen Möglichkeiten. Als sich die meisten der gut 1000 Zuschauer bereits mit der Wiler Niederlage abgefunden hatten, erzielte Alija doch noch seinen ersten Treffer im Dress der Äbtestädter.
Starke Heimbilanz
Mit diesem Unentschieden verpasste der FC Wil – genauso wie der FC Locarno – den temporären Sprung an die Tabellenspitze der Challenge League. Für die Wiler war das zweite 1:1 innerhalb von vier Tagen das zweite Mal ein nicht zufriedenstellendes Ergebnis. „Wir hatten genug klare Chancen für einen Sieg, verhielten uns jedoch zu naiv“, resümierte Münstermann, der zum ersten Mal den zuvor verletzten Roberto Rodriguez einsetzen konnte.
Die Äbtestädter kamen gegen ein bescheidenes Locarno – wie schon in der vergangenen Saison – im Heimspiel nicht zu einem Sieg. Immerhin reichte es heuer zu einem Punktgewinn. Und es bleibt festzuhalten, dass seit jenem 2:3 gegen die Tessiner am 7. Dezember 2008 kein Gegner mehr siegreich das Bergholz verlassen hat. Die Wiler sind seit mittlerweile neun Heimspielen unbesiegt. Nichts desto trotz ist nicht wegzudiskutieren, dass der Bergholz-Klub nach drei Spielen auch neun Punkte auf dem Konto haben könnte anstatt deren fünf.

FC Wil 1900 – FC Locarno 1:1 (0:0)
Bergholz: 1010 Zuschauer. Sr.: Circhetta
Tore: 59. Rossini 0:1. 93. Alija 1:1.
FC Wil 1900: Taini; Haziri, Madry (82. Bellon), Matic, Alija; Sarr (57. Rodriguez), Schönenberger; Grossklaus, Muslin, Huber; Blumer.
FC Locarno: Casanova; Martignoni, Diallo, Ziccardi, Mekheldi; Alic (79. Petrovic), Milani, Frigomosca, Stoller, Biscotte; Rossini (89. Bilandzija).
Bemerkungen: Wil ohne Gsell, Lezcano, Kim (verletzt) und Maag (nicht im Aufgebot).. Locarno ohne Toprak, Pollini, Senger, Redzepi und Milosevic (verletzt). Verwarnungen: 20. Alic (Foul). 37. Madry (Foul). 49. Schönenberger (Foul). 69. Frigomosca (Reklamieren).

Neuzugang David Blumer war zu Beginn einzige Sturmspitze und mehrfach dem Torerfolg nahe.

Flügelspieler Nicolas Huber war gegen Locarno der auffälligste Ostschweizer und hatte das 1:0 auf dem Fuss.

Die Wiler standen hinten zwar nicht schlecht, liessen aber einen Gegentreffer nach einem Einwurf zu.

Der Deutsche Tim Grossklaus rannte vergebens seinem dritten Saisontreffer nach.

Wil-Trainer Didi Münstermann konnte nach dem Schlusspfiff nicht vollends zufrieden sein.

Beim kommenden Auswärtsspiel gegen Schaffhausen muss bei Wil mehr kommen.
Bericht: Simon Dudle
Bilder: Deborah Rutz
07.08.09