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FC Wil - Servette FC 1:1

Den Sieg verschenkt

Der FC Wil und Servette Genf trennen sich 1:1 unentschieden.

 

 

Da wäre für den FC Wil mehr möglich gewesen als ein 1:1. Im Heimspiel gegen Servette führt der Bergholz-Klub schon früh durch einen Treffer David Blumers und kann über eine Stunde lang gegen numerisch dezimierte Genfer spielen. Diese kommen jedoch zum verdienten Ausgleichstreffer durch Genserix Kusunga. Die Äbtestädter verlieren unnötig die ersten zwei Punkte der Saison.

 

Es schien alles für den FC Wil zu laufen. Schon mit der ersten Möglichkeit ging er durch David Blumer in Führung. Nach einem Diagonalpass von Marko Muslin schoss die Wiler Neuerwerbung und profitierte davon, dass Servette-Torhüter David Gonzalez den nassen Ball nicht unter Kontrolle brachte. Somit holte Blumer das nach, was schon beim Startspiel in Wohlen möglich gewesen wäre: ein erster Treffer in Diensten des FC Wil.

Die Genfer schwächten sich in der Folge gleich selber. Marcos De Azevedo bekam innerhalb von vier Minuten zwei Mal die Gelbe Karte und musste schon nach einer halben Stunde vom Platz. Es war jener Spieler, der auch bei seinem letzten Auftritt auf dem Bergholz Rot gesehen hatte. Am 18. April – also vor nicht einmal vier Monaten – war der Angreifer noch bei La Chaux-de-Fonds unter Vertrag und sah ebenfalls bereits vor der Halbzeitpause die Ampelkarte. War es damals wegen Reklamierens, so war dieser Ausschluss genau so unnötig. Der Stürmer grätschte Naim Haziri in die Beine, so dass Schiedsrichter Marco Speranda keine andere Wahl blieb, als die zwei Kartons zu zücken.

 

Kusungas verdienter Ausgleich

Die Wiler müssen sich verworfen lassen, in der Folge zu wenig fürs Spiel gemacht zu haben. Vor allem das Mittelfeld brachte zu wenige Impulse. Trainer Didi Münstermann begründete dies nach der Partie so: „Servette stand in der Mittelzone sehr kompakt. So fanden wir kein Mittel.“

Die Ostschweizer liessen – trotz Überzahl – den Gegner gewähren. Dies hatte vorerst keine Konsequenzen, weil bei den Calvin-Städtern der letzte Pass jeweils zu wenig präzis war. Die technisch beschlagenen Gäste bissen sich jedoch ins Spiel und wurden immer besser. Nachdem Verteidiger Genserix Kusunga nach knapp einer Stunde noch eine Chance per Kopf vergeben hatte, machte er es in der 68. Minute besser. Nach einem aus Wiler Sicht unnötig verursachten Eckball war Kusunga wiederum mit dem Kopf zur Stelle und traf zum vielumjubelten Ausgleich für die Gäste. Da die Genfer trotz der Unterzahl dies bessere Mannschaft waren, hatte das 1:1 durchaus seine Berechtigung.

 

„Zwei verlorene Punkte“

Nach dieser kalten Dusche an einem nassen Sommerabend erinnerten sich die Ostschweizer an ihre offensiven Qualitäten, die sie durchaus besitzen. Blumer hätte nur kurz nach dem Ausgleich den neuerlichen Führungstreffer für das Heimteam erzielen können, scheiterte aber am glänzend reagierenden Gonzalez. Da die Angriffsversuche des Heimteams bis zuletzt meist wenig präzis waren, brachte Servette das Unentschieden ohne nennenswerte Probleme über die Zeit.

Es stellte sich die Frage, ob die Wiler mit diesem 1:1 gegen einen Aufstiegsaspiranten einen Punkt gewonnen haben, oder ob deren zwei verloren gingen. „Aufgrund der Spielanteile und auch der Chancen sind es zwei verlorene Zähler“, sagte Münstermann nach der Partie und versuchte die passive Spielweise zu erklären: „Wir besassen einigen Respekt vor dem Gegner. Zudem hatten wir mit der Führung und einem Mann mehr eher etwas zu verlieren als Servette.“

 

 

FC Wil 1900 – Servette FC 1:1 (1:0)

Bergholz: 1180 Zuschauer. – Sr: Speranda.

Tore: 7. Blumer 1:0. 68. Kusunga 1:1.

FC Wil 1900: Taini; Haziri, Madry, Matic, Alija; Lezcano (35. Sarr), Muslin, Schönenberger, Huber (81. Kim); Blumer, Grossklaus (70. Bellon).

Servette FC: Gonzalez; Ratta, Celestini, Kusunga, Challandes; Pont, Pizzinat, Braizat (88. Schneider); Tréand (75. Marreco); De Azevedo, Eudis.

Bemerkungen: Wil ohne Gsell, Rodriguez (verletzt), Bolay und Maag (nicht im Aufgebot). Servette ohne Vitkieviez, Boughanem (krank) und Esteban (nicht im Aufgebot). 32. Lezcano mit einer Schulterverletzung ausgeschieden. Platzverweis: 30. De Azevedo (zweite Verwarnung wegen Foul). Verwarnungen: 26. De Azevedo (Foul), 32. Challandes (Reklamieren). 73. Haziri (Unsportlichkeit), 73. Eudis (Unsportlichkeit). 78. Blumer (Schwalbe). 89. Schönenberger (Foul).

 

David Blumer hatte schon früh das Spiel in eine vermeintlich richtige Bahn gelenkt.

 

Der Franzose Marko Muslin hatte mit einem Diagonalpass den Führungstreffer eingeleitet.

 

Naim Haziri konnte nach dem Rot-Foul von De Azevedo nach kurzer Pflege weiterspielen.

 

Bericht/Bilder: Simon Dudle

03.08.09