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FC Wil - FC Thun 2:0
Die Rechnung beglichen
Der FC Wil gewinnt auf dem Bergholz gegen den FC Thun mit 2:0.

Die Äbtestädter wahren die Chance, in der Endabrechnung der Challenge League den dritten Platz zu erreichen. Beim 2:0-Sieg gegen den FC Thun kann der Bergholz-Klub zwar leistungsmässig nicht an das Spiel vor Wochenfrist in Yverdon anknüpfen, dank Toren von Silvio und Markus Gsell reicht es aber zu drei Punkten.
Bereits zum vierten Mal in dieser Saison traf der FC Wil auf einen Gegner, bei dem unmittelbar vor der Partie gegen die Äbtestädter der Trainer freigestellt wurde. Bisher hatte es in diesen Spielen (zwei Mal gegen Servette, ein Mal gegen Gossau) nie zu drei Punkten für die Mannschaft von Didi Münstermann gereicht. Nun änderte sich dies.
Die Thuner kamen mit wenig Selbstvertrauen auf das Bergholz, hatten sie doch die sieben vorangegangenen Spiele nicht gewonnen und in diesem Jahr erst zwei Siege erzielt. Darum wurde die Notbremse gezogen und die Zusammenarbeit mit Trainer Hansruedi Baumann im gegenseitigen Einvernehmen wenige Tage vor dem Spiel in Wil beendet. An der Seitenlinie stand am Samstag neben Eric-Pi Zürcher auch Andres Gerber, der nach wie vor dem Kader der Berner Oberländer angehört und sich derzeit von einer Verletzung erholt. Gerber musste konstatieren, wie seine Thuner zwar mithielten, nach gut einer Viertelstunde aber doch in Rückstand lagen.
Silvio, zum Neunten
Als Yvan Bolay verletzt am Boden lag – er hatte in der Szene zuvor eine Oberschenkelverletzung erlitten – spielten die Wiler den Ball nicht ins Out. Tim Grossklaus setzte sich auf der linken Seite durch und bediente Silvio, der aus kurzer Distanz ins leere Tor einschob. Es war der neunte Saisontreffer des Brasilianers, den er eigentlich schon in der Startminute hätte erzielen können.
Das Spiel verlief genau nach dem Geschmack der Wiler. Ohne zu glänzen befanden sie sich in Führung. In der Folge unternahmen sie jedoch etwas gar wenig, um gegen einen verwundbaren Gegner vorzeitig die Entscheidung herbeizuführen. So blieb die Partie offen und die Gäste nahmen das Spieldiktat in die Hand, ohne jedoch zu gefährlichen Möglichkeiten zu kommen. Es blieb bei einem Aufreger, als Lucca Kaiser im eigenen Strafraum Stefan Glarner zu Fall brachte. Der Penaltypfiff von Schiedsrichter Sascha Kever blieb zum Erstaunen vieler aber aus.
Gsell, zum Fünften
Da der eingewechselte Cesar in der 87. Minute den Schiedsrichter beleidigt hatte und darum die Rote Karte sah, war es um die Gäste geschehen. In der Nachspielzeit entschieden die Wiler die Partie definitiv. Bereits Anto Franjic hätte das Tor erzielen müssen, er vertändelte den Ball aber im Thuner Strafraum. Mit letztem Einsatz konnte der Wiler Mittelfeldspieler den Ball auf Markus Gsell zurücklegen, der zum 2:0 einschob. Der fünften Saisontreffer des „Ur-Wilers“ war gleichbedeutend mit dem fünften Tor von Gsell in diesem Jahr. Er ist hinter Silvio – und zusammen mit Dario Lezcano – der zweitbeste Torschütze in den Reihen des FC Wil.
Trainer Didi Münstermann schnaufte nach der Partie tief durch. Trotz des Sieges war er nicht vollends zufrieden: „Es mangelte an der Präzision und zu oft hat uns die nötige Ruhe gefehlt.“ Nichts desto trotz reichte es zu drei Punkten, womit die Rechnung aus dem Hinspiel beglichen wurde, als die Wiler im Lachen eine 1:2-Niederlage kassiert hatten. Dank diesem Sieg verbleiben die Äbtestädter im Rennen um Platz drei in der Schlusstabelle.

FC Wil 1900 – FC Thun 2:0 (1:0)
Bergholz: 950 Zuschauer. – Sr: Kever.
Tore: 17. Silvio 1:0. 93. Gsell 2:0.
FC Wil 1900: Taini; Haziri, Madry, Matic, Kaiser; Bolay (22. Sarr), Muslin, Gsell, Huber; Grossklaus (46. Lezcano), Silvio (80. Franjic).
FC Thun: Stulz; Lavorato (59. Cesar), Zahnd, Calapes, Wittwer (80. Rakipi); Ikanovic, Schönenberger, Faye, Kukuruzovic (72. Colic); Blumer, Glarner.
Bemerkungen: Wil komplett. Thun ohne Sandro, Galli, Lüthi (gesperrt), Andrist, Rama und Gerber (verletzt). 17. Bolay mit einer Oberschenkelverletzung ausgeschieden. 80. Silvio nach einem Schlag auf den Oberschenkel ausgewechselt. Rote Karte: 87. Cesar (Schiedsrichterbeleidigung). Verwarnungen: 51. Muslin (Foul). 53. Huber (Foul). 68. Glarner (Foul).

Die Wiler zeigten zwar eine gute Partie, waren aber nicht immer überlegen.

Vaduz-Leihgabe Tim Grossklauss blieb gegen die Berner Oberländer weitgehend blass.

Bereits nach gut 20 Minuten musste Yvan Bolay mit einer Oberschenkelverletzung ausgewechselt werden.

Der "Ur-Wiler" Markus Gsell konnte bereits seinen fünften Treffer des Jahres verbuchen.

Wil-Präsident Roger Bigger (links) und Trainer Didi Münstermann im Gespräch.

Die Äbtestädter stellen auch kurz vor Saisonende die zweitbesste Abwehr der Liga.

Nicolas Huber hätte noch vor der Pause mit dem 2:0 alles klarmachen können.

Andres Gerber steht interimistisch als Spieler-Trainer an Seitenlinie der Thuner.

Bereits neun Tore stehen auf dem Treffer-Konto des Wiler Stürmers Silvio.

Nachwuchsspieler Lucca Kaiser hat sich in der 1. Mannschaft etabliert.

Sally Sarr kam für den verletzten Bolay und vermochte zu überzeugen.

Trotz tollem Frühsommer-Wetter sahen nur knapp 1000 Fans das Spiel im Sportpark Bergholz.
Bericht: Simon Dudle
Bilder: Deborah Rutz