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Yverdon-Sport FC - FC Wil 1:1
Ein weiterer Punkt für die Moral
Der FC Wil spielt auswärts bei Yverdon-Sport 1:1 unentschieden.

Seit nun mehr sechs Spielen ist der FC Wil ungeschlagen. Beim 1:1 in Yverdon überzeugt der Bergholz-Klub vor allem in der ersten Halbzeit, als er durch Markus Gsell in Führung geht. Da sich die Waadtländer nach dem Seitenwechsel steigern, kommen sie verdientermassen zum Ausgleich. Schier unglaublich ist das Verhalten einiger Yverdon-Fans auf der Haupttribüne.
Der FC Wil kommt zwar im Kampf um Platz drei nicht zum erhofften Sieg in Yverdon, tankt mit dem 1:1 im Municipal aber die nötige Moral für die drei verbleibenden Spiele der Saison. Vor allem in der ersten Halbzeit war es den Gästen gelungen, eine gute Mischung aus Angriff und Verteidigung zu finden. So ergaben sich immer wieder Chancen für die Äbtestädter, wobei der einzige Stürmer Silvio in zwei Situationen hätte ein Tor erzielen können. Wie vor Wochenfrist war es aber Markus Gsell vorbehalten, den einzigen Wiler Treffer zu markieren. Mit einem direkt verwandelten Freistoss aus gut 20 Metern Entfernung brachte er sein Team in Führung (35.). Es war bereits das vierte Tor des „Ur-Wilers“ in dieser Rückrunde.
Matchbälle hüben wie drüben
Auf eine starke erste Halbzeit folgte jene Phase, in der die Gäste dem Gegner zu viel Platz zugestanden. Yverdon entschied sich nach der Pause, das Glück in schnell vorgetragenen Kontern zu suchen. Bereits wenige Sekunden nach Wiederbeginn hatte dieses Vorhaben Erfolg. Mario Gavranovic nutzte seine Freiheiten und traf mit einem satten Schuss zum 1:1.
In der Folge standen die Waadtländer dem Sieg näher als der FC Wil. Der eingewechselte Kaled Gourmi war ein Aktivposten und hätte das 2:1 erzielen können, setzte einen Schuss aus kurzer Distanz aber über das Tor. Die heikelste Szene spielte sich in der Schlussminute ab. Gavranovic hatte Taini bereits bezwungen, sah seinen Abschluss aber vom Innenpfosten wieder ins Feld zurückspringen. Wiler Vorstösse waren selten, aber nicht ohne Erfolgsaussichten. Nicolas Huber, der wie Tim Grossklaus als Flügelspieler eingesetzt wurde, setzte einen Lob aber neben das Tor und wurde kurze Zeit später bei einer strittigen Szene aus dem Offside zurückgepfiffen.
Das Unentschieden ging in Ordnung, weil die Gäste die erste Halbzeit dominiert hatten, Yverdon aber den zweiten Umgang über weite Strecken bestimmte. Der Wiler Trainer Didi Münstermann sagte: „Nach der Pause kamen wir zeitweise bös unter die Räder und beim Pfostenschuss brauchten wir Glück. Alles in allen haben wir aber nicht schlecht gespielt.“
Yverdon-Fans rasten aus
Zu unschönen Szenen kam es auf den Zuschauer-Rängen. Im Municipal herrschte Tag der offenen Tür und jeder Matchbesucher konnte sich gratis dort hinsetzen, wo er wollte. Einige Fans der Heimmannschaft verloren gegen Ende des Spiels auf der Haupttribüne völlig die Fassung und griffen die Wiler Medienschaffenden zuerst verbal, und nach Schlusspfiff handgreiflich an. Dabei wurde die Medienverantwortliche des FC Wil von einem so genannten Fan in den Würgegriff genommen. Sicherheitspersonal suchte man vergebens, obwohl die Situation schon während der Partie zu eskalieren drohte. Statt schlichtend einzugreifen, nahm der Klubpräsident von Yverdon dem Filmer des FC Wil seine CD ab, auf der dieser die Vorfälle aufgezeichnet hatte.
Dass solche Szenen auf der Haupttribüne eines Challenge League-Stadions passieren können, grenzt genauso an Unfassbarkeit wie der Umstand, dass beim Eingang keinerlei Personenkontrollen durchgeführt wurden.

Yverdon-Sport FC – FC Wil 1900 1:1 (0:1)
Municipal: 1550 Zuschauer. – Sr: Devouge.
Tore: 35. Gsell 0:1. 47. Gavranovic 1:1.
Yverdon-Sport FC: Meylan; Laugeois, Sejmenovic, Meoli, Challandes (63. Ekhosuehi); Pepsi, Ndzomo, Oppliger, Büchel (46. Gourmi); Biscotte (84. Denervaud), Gavranovic.
FC Wil 1900: Taini; Haziri, Madry, Matic, Kaiser; Muslin; Grossklaus (65. Franjic), Sarr, Gsell, Huber; Silvio.
Bemerkungen: Yverdon ohne Bühler (verletzt), Bektesi, Da Moura und Rachane (nicht im Aufgebot). Wil ohne Lezcano (gesperrt), Bolay (krank) und Akdemir (verletzt). 90. Pfostenschuss Gavranovic. Verwarnung: 28. Silvio (Unsportlichkeit).

Silvio war in der ersten Halbzeit dem Wiler Führungstreffer nahe.

Vor allem zu Beginn der zweiten Halbzeit musste Didi Münstermann Einiges korrigieren.

Vor dem Seitenwechsel hatten die Wiler den Gegner mehrheitlich im Griff.

Für defensive Stabilität sorgte auch Marko Muslin.

Sally Sarr verfehlte mit einem Weitschuss in der 1. Halbzeit das Tor nur ganz knapp.

In der zweiten Halbzeit mit dem Matchball: Nicolas Huber.

Tim Grossklaus wurde in Yverdon als Flügelspieler eingesetzt.

Nach dem Tor gegen St. Gallen traf Markus Gsell auch in Yverdon.

Das Duell Christopher Meylan gegen Silvio gewann immer der Yverdon-Torhüter.
Bericht: Simon Dudle
Bilder: Debbie Rutz