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FC Lugano - FC Wil 0:2
Ein beeindruckender Auftritt
Der FC Wil gewinnt das Auswärtsspiel in Lugano 2:0.

Das war ein Husarenstück! Beim grossen Favoriten FC Lugano zeigt der FC Wil eine starke und sowie abgeklärte Leistung und gewinnt verdientermassen mit 2:0. Damit hievt sich der Bergholz-Klub auf Platz vier in der Tabelle und leistet dem FC St. Gallen Schützenhilfe.
Nach dem Spiel gratulierte der ehemalige Wil- und jetzige St. Gallen-Trainer Ui Forte und schickte dem Wiler Spieler Naim Haziri per SMS Gratulationen. Die Freude des Italieners war verständlich, hatten die Wiler doch dem einzig verblieben Konkurrenten um den Aufstieg – dem FC Lugano – drei Punkte abgenommen. Der Tenor im Wiler Lager war einhellig und eine Kampfansage Richtung AFG-Arena: St. Gallen muss in dieser Saison noch auf das Bergholz.
Die positive Stimmung war verständlich, zeigten die Ostschweizer doch eine beeindruckende Leistung und boten dem grossen Favoriten aus dem Tessin mehr als gut Paroli. Die Gäste besassen während des gesamten Spiels die grössere Anzahl Chancen und agierten abgeklärt. Aus einer massierten Abwehr – zeitweise agierten zehn Spieler als defensive Akteure – setzten die Gäste immer wieder zu gefährlichen Konterangriffen an.
Dritter Sieg im dritten Spiel
Der FC Lugano spielte während 90 Minuten zu ideenlos und fand kein Mittel, um sich gegen die vielbeinige Abwehr der Ostschweizer durchzusetzen. Die Wiler Spieler waren stets präsent, kämpften füreinander und zeigten die beste Leistung in dieser Saison. Es war nicht etwa so, dass Lugano besonders schwach gespielt hätte. Die Tessiner übten teilweise starken Druck aus und sie hatten mit Vincenzo Rennella einen stetigen Unruheherd in ihrer Mannschaft. Das alles nutzte jedoch nichts. Zum ersten Mal in dieser Saison schoss Lugano ein ganzes Spiel lang keinen Treffer, zum ersten Mal kassierten sie vor eigenem Anhang mehr als ein Tor und zum ersten Mal liessen sie zuhause Punkte liegen. Die Statistiken der Äbtestädter lesen sich wie folgt: Im Jahr 2009 hat der FC Wil drei Spiele ausgetragen, dabei drei Siege erzielt und noch keinen Gegentreffer zugelassen.
Gsell vergibt, rettet und trifft
Den Grundstein für den Sieg legte Silvio, als er nach 18 Minuten von einem Fehler Philippe Montandons profitierte und freistehend vor Giovanni Proietti, dem Torhüter Luganos, zum 1:0 für die Gäste traf. Schon Minuten zuvor hätte der Brasilianer das Skorre eröffnen können, er schlug aber in aussichtsreicher Position über den Ball. Auch nach dem Führungstreffer blieben die Wiler gefährlich. Markus Gsell hatte eine Chance und Marko Muslin hätte mit einem Schlänzer aus gut und gerne 40 Metern beinahe Erfolg gehabt.
Bis die Gäste zum ersten Mal richtig gefährlich wurden, neigte sich die 1. Halbzeit dem Ende. Nach einem Corner und einem Kopfball von Montandon musste Gsell auf der eigenen Torlinie retten. In der zweiten Halbzeit wurde es ebenfalls in der Nachspielzeit gefährlich vor dem Wiler Tor. Schiedsrichter Gremaud hatte einen Penalty erfunden, den Renfer aber nicht verwerten konnte. Taini erahnte die Ecke und wehrte den Ball ab. Michèle Maggetti traf im Nachschuss nur den Pfosten. Zu diesem Zeitpunkt lief die 93. Minute und die Partie war entschieden. Denn Gsell hatte auf Vorarbeit von Naim Haziri und Dario Lezcano in der 56. Minute auf sehenswerte Art und Weise das 2:0 für die Gäste erzielt.
„Ein Erfolg des Teams“
So hatten die 14 mitgereisten Fans allen Grund zur Freude. Silvio wurde von den Fernsehzuschauern zum besten Spieler ausgezeichnet, blieb aber bescheiden: „Es war ein Erfolg der Mannschaft“, sagte der Brasilianer. Trainer Didi Münstermann lobte das Kollektiv und sagte: „Wenn eine Mannschaft hier gewinnen konnte, dann wir. Schon in St. Gallen haben wir kein Gegentor kassiert.“ Somit hat sich der Bergholz-Klub mit drei Siegen vom achten auf den vierten Platz in der Tabelle gehievt.

FC Lugano – FC Wil 1900 0:2 (0:1)
Cornaredo: 1420 Zuschauer. – Sr: Gremaud.
Tore: 19. Silvio 0:1. 56. Gsell 0:2.
FC Lugano: Proietti; Rota, Montandon, Thrier, Preisig; Da Silva, Viapiana (60. Laborde Leon), Maggetti, Perrier (60. Denicolà); Rennella, Renfer.
FC Wil 1900: Taini; Haziri, Madry, Matic, Huber; Lezcano (91. Sarr), Gsell, Franjic Muslin, Akdemir; Silvio.
Bemerkungen: Lugano ohne Valente (gesperrt) und Baldo (nicht im Aufgebot). Wil ohne Christen (krank). 93. Taini wehrt Foulpenalty von Renfer ab. 93. Pfostenschuss Maggetti. Verwarnungen: 36. Akdemir (Foul). 66 Gsell (Foul), 74. Haziri (Foul).

Der Wiler Trainer Didi Münstermann lobte die Solidarität in der Mannschaft.
Bericht: Simon Dudle
Archivbilder: Deborah Rutz