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FC Wil - FC Locarno 2:3
Zu viele Chancen vergeben
Der FC Wil verliert das Heimspiel gegen Locarno 2:3.

Trotz zahlreicher Chancen verliert der FC Wil das Heimspiel gegen den FC Locarno 2:3. Nach einer schwachen ersten halben Stunde steigert sich der Bergholz-Klub, vergibt aber zu viele Chancen. Der 0:3-Rückstand kann nicht mehr vollends wettgemacht werden und es muss die vierte Niederlage in Serie akzeptiert werden.
Das Fussballjahr 2008 ist für den FC Wil ohne Erfolgserlebnis zu Ende gegangen. Dabei hätte es anders kommen können. Bereits in der 4. und 5. Minute hatte Anto Franjic zwei gute Möglichkeiten auf den Führungstreffer für die Äbtestädter. Da er den ersten Ball ins Aussennetz beförderte und im zweiten Anlauf deutlich über das Tor schoss, sollte das Spiel für die Gäste laufen. Denn Locarno spielte sehr effizient und machte aus vier Chancen drei Tore. Nach zehn Minuten profitierte die Mannschaft Paul Schönwetters von Wiler Fehlern und der Argentinier Griseldo Reyes erzielte den Führungstreffer. Nur vier Minuten später war die Gegenwehr der Fürstenländer gering, so dass sich die Tessiner durch die Wiler Abwehr kombinieren konnten. Spielmacher Santiago Kuhl schloss die sehenswerte Kombination mit dem 0:2 ab. Da Dante Senger in der 39. Minute vor Torhüter Daniel Totka am Ball war und per Kopf einen weiteren Treffer für Locarno erzielte, schien die Partie schon frühzeitig entschieden.
Viele Möglichkeiten
Doch der Bergholz-Klub gab sich noch nicht geschlagen und verkürzte durch Silvio kurz vor der Pause auf 1:3. Hätte Jérôme Thiesson Sekunden danach etwas präzisier geschossen, die Heimmannschaft wäre schon bei Halbzeit wieder zurück im Spiel gewesen. So musste sie sich Pfiffe der 720 Zuschauer anhören.
In der zweiten Halbzeit waren die Wiler tonangebend und es schien eine Frage der Zeit, bis der Anschlusstreffer fallen würde. Stipe Matic war es, der nach knapp einer Stunde einen Freistoss aus rund 19 Metern sehenswert im Tor versenkte. Mit neuem Mut machten sich die Wiler an, den Ausgleich zu erzielen. Allein Dario Lezcano hätten diesen schiessen müssen. Der Paraguayer vergab an diesem Tag aber gleich drei 100-prozentige Chancen. Er war aber nicht der einzige, der die Effizient vermissen liess. Trainer Didi Münstermann hatte zwölf gute Möglichkeiten der Wiler gezählt. Das waren so viele wie noch nie in einem Spiel dieser Hinrunde. Es bleibt jedoch hinzuzufügen, dass die Abwehr Locarnos keineswegs sattelfest wirkte.
Ohne die letzte Entschlossenheit
Je länger das Spiel dauerte, desto ungestümer wurden die Angriffsversuche. Der Wille der Mannschaft war zwar erkennbar, es fehlte jedoch die letzte Entschlossenheit. Oder um es in den Worten von Münstermann zu formulieren: „Die Sieger-Mentalität geht bei einigen Spielern ab.“ So musste die dritte Heimniederlage in Serie akzeptiert werden. Dass diese Pleite gehen den zweitletzten der Tabelle schmerzt, versteht sich von selbst. Dementsprechend gross war die Enttäuschung bei den Beteiligten, aber auch bei den Zuschauern, unter denen sich auf Einladung des FC Wil zahlreiche Trainer der Region befanden.
Seit dem 0:0 in St. Gallen am 10. November haben die Fürstenländer keinen Punkt mehr geholt und überwintern im breiten Mittelfeld der Challenge League. Da die ersten Plätze bereits in unerreichbare Ferne gerückt sind, erwartet die Wiler eine Rückrunde, in der es darum gehen wird, nicht in den Abstiegsstrudel zu geraten. Vorerst haben die Akteure vier Wochen Ferien und man darf gespannt sein, welche Spieler am 5. Januar beim Trainings-Auftakt dabei sein werden. Es würde nicht erstaunen, wenn es die eine oder andere personelle Veränderungen gäbe.

FC Wil 1900 – FC Locarno 2:3 (1:3)
Bergholz: 720 Zuschauer. – Sr: Hänni.
Tore: 10. Reyes 0:1. 14. Kuhl 0:2. 39. Senger 0:3. 43. Silvio 1:3. 59. Matic 2:3.
FC Wil 1900: Totka; Kaiser, Madry, Matic, Huber; Maag (46. Hernani), Thiesson, Gsell (66. Holenstein), Franjic; Silvio, Lezcano.
FC Locarno: Di Benedetto; Rezzonico, Riccio, Lodigiani (72. Frigomosca), Osella; Reyes, Stoller, Kuhl, Ciana; Sara, Senger (87. Pollini).
Bemerkungen: Wil ohne Taini, Jagne (gesperrt) Christen (verletzt), Keller, Tsimba, Gündüz und Alci (nicht im Aufgebot). Locarno ohne Ziccardi, Domo, Casanova (verletzt), Barreto, Bullo, Toprak, Misins und Rossini (nicht im Aufgebot). Verwarnungen: 37. Lodigiani (Foul). 54. Matic (Foul). 58. Rezzonico (Foul). 66. Lezcano (Foul). 77. Osella (Foul). 81. Di Benedetto (Spielverzögerung). 91. Holenstein (Foul).

Obwohl die Wiler die besseren Chancen hatten, mussten sie am Ende untendurch.

Trainer Didi Münstermann konnte nach Spielschluss nicht zufrieden sein.

Es war ein hitziges, aber faiers Spiel mit einigen Gelben Karten auf beiden Seiten.

Die Fussballerin des Jahres 2008, Marina Keller, mischte sich unter die Zuschauer und führte den Ankick aus.

Auch die Barenträger bereiteten sich auf ihren Einsatz vor.
Bericht: Simon Dudle
Bilder: Deborah Rutz und Simon Dudle