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FC Wil - Yverdon-Sport FC 1:2

Wenn die Hauptprobe misslingt

Der FC Wil verliert das Heimspiel gegen Yverdon mit 1:2.

 

 

Nach dem Erfolgserlebnis in St. Gallen ist der FC Wil unsanft gestoppt worden. Die Äbtestädter verlieren das Heimspiel gegen Yverdon verdient 1:2. Die Gäste führen die feinere Klinge und verwalten den Vorsprung geschickt. Silvio trifft für Wil und sieht binnen vier Minuten zwei Mal die gelbe Karte.

 

Es war der Spitzenkampf in der Challenge League. Nach dem erfreulichen 0:0 in St. Gallen hätte der FC Wil die Möglichkeit gehabt, mit einem Sieg gegen Yverdon auf Platz vier in der Tabelle vorzustossen. Nach dem 1:2 gegen die Waadtländer ist es Platz sieben und es wurde deutlich, wieso die Vereinsleitung als Saisonziel eine Rangierung unter den ersten neun vorgegeben hat.

Denn gegen Yverdon – ein starker Gegner – hatte der Bergholz-Klub einige Schwierigkeiten. So in der Defensive, wo es vor allem auf den Aussenseiten immer wieder brannte. Gegen die starken Biscotte und Kaled Gourmi fanden die Fürstenländer kein wirkliches Rezept. Für die Tore der Gäste waren aber andere zuständig. In der 13. Minute eröffnete Manuel Bühler, der eine starke Partie spielte, das Skore. Er bezwang Davide Taini, nachdem dieser zuvor 474 Minuten keine Gegentreffer hatte zulassen müssen.

 

Silvio zum Dritten

Die Wiler Reaktion kam postwendend, wenn auch auf einem Zufallsprodukt basierend. Ein missratener Schuss von Anto Franjic wurde zur Vorlage für Silvio, der zum 1:1 ausglich und seinen total dritten Treffer seit der Rückkehr aufs Bergholz erzielte. In der Folge hatten die Gäste zwar mehr von der Partie, die Wiler spielten aber mit und kamen bei einem Freistoss von Franjic zu einer guten Chance. Dessen Schuss von der Seite flog an Freund und Fein vorbei und wurde zu einer heiklen Aufgabe für den Gäste-Torhüter Michael Bauch (31.). Zehn Minuten vor der Pause war es den Gästen vorbehalten, in Führung zu gehen. Auf Zuspiel von Gourmi kam Mario Gavranovic an den Ball, der Taini im kurzen Eck erwischte. Dass dieses Tor bereits der Siegtreffer war, konnte als logische Folge der restlichen total 60 Minuten bezeichnet werden. Yverdon spielte clever, liess den Ball gut in den eigenen Reihen zirkulieren und stand hinten solid. So wurden die Wiler hauptsächlich bei stehen Bällen gefährlich. Die beste Chance aus dem Spiel heraus hatte Mathias Christen, der eine Vorlage von Yvan Bolay per Kopf aber nicht verwerten konnte (54.).

 

Immerhin eine Gratis-Wurst

In der Schlussphase konzentrierten sich Zuschauer und Spieler hauptsächlich aufs Reklamieren über die Leistung von Schiedsrichter Claudio Circhetta. Da Silvio binnen vier Minuten anscheinend gleich zwei Mal die falschen Worte gefunden haben muss, wurde er in der 79. Minute mit der Ampelkarte des Feldes verwiesen. Somit fehlt der Brasilianer beim Auswärtsspiel in Biel und nicht etwa am kommenden Sonntag im Cup.

Der Platzverweis diente als Weckruf. Mit einem Mann weniger warfen die Wiler alles nach vorne und Stipe Matic hatte zwei Mal die Möglichkeit auf den Ausgleich. Dieser wollte aber nicht mehr fallen, womit die Gratis-Wurst das Erfreulichste blieb an diesem November-Nachmittag.

Trainer Didi Münstermann sagte nach dem Spiel: „Auf den Aussenseiten hatten wir mit Biscotte und Gourmi Probleme. Im defensiven Bereich waren wir zu wenig konsequent.“ Es bleibt zu hoffen, dass die alte Theaterweisheit stimmt, wonach eine verunglückte Hauptprobe eine gute Aufführung zur Folge hat. Am nächsten Sonntag heisst der Star-Gast FC Zürich.

 

 

FC Wil 1900 – Yverdon-Sport FC 1:2 (1:2)

Bergholz: 1200 Zuschauer. – Sr: Circhetta.

Tore: 13. Bühler 0:1, 15. Silvio 1:1, 35. Gavranovic 1:2.

FC Wil 1900: Taini; Haziri (80. Maag), Thiesson, Matic, Huber; Bolay, Franjic, Gündüz, Jagne (62. Hernani); Silvio, Christen (62. Lezcano).

Yverdon-Sport FC: Bauch; Reis, Sejmenovic, Meoli, Laugeois (70. Büchel); Gourmi (84. Suljevic), Bühler, Ndzomo, Oppliger; Gavranovic (92. Edo), Biscotte.

Bemerkungen: Wil ohne Gsell (gesperrt), Keller, Alci und Holenstein (nicht im Aufgebot). Yverdon ohne Dénervaud, Njanke und Rachane (verletzt).Verwarnungen: 75. Lezcano (Schwalbe), 75. Silvio (Reklamieren), 90. Ndzomo (Foul). Gelb/Rote Karte: 79. Silvio (Reklamieren).

 

Auch der Balljunge musste mitansehen, wie die Wiler Aussenverteidiger (im Bild Nicolas Huber) Mühe hatten.

 

Die Gäste aus dem Waadtland waren oft einen Schritt schneller als die Wiler.

 

Bericht und Bilder: Simon Dudle