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FC la Chaux-de-Fonds - FC Wil 0:1

Silvios Coolness für drei Punkte

Der FC Wil gewinnt das Auswärtsspiel beim FC La Chaux-de-Fonds 1:0.

 

 

Alte Besen kehren gut. Ganz unter diesem Motto gestaltete der FC Wil sein Auswärtsspiel beim schwachen FC La Chaux-de-Fonds.Zuerst wurden zahlreiche Möglichkeiten vergeben, ehe der in die Äbtestadt zurücktransferierte Brasilianer Silvio einen Foulpenalty betont locker zum Siegtreffer verwertete.

 

Beim FC La Chaux-de-Fonds scheint derzeit so einiges nicht zu stimmen. Quantitativ fehlt es beim Traditionsverein – die Jurassier sind dreifacher Meister und sechsfacher Cupsieger – nicht nur an Zuschauern. Die im Spiel gegen Wil angegebene Zahl von 370 enthielt wohl auch die beiden Nachwuchsmannschaften, die direkt nach dem Challenge League-Spiel auf der Charrière eine Partie austrugen. Ebenfalls zu knapp bemessen ist die Anzahl Akteure im Fanionteam des FC La Chaux-de-Fonds. Auf der Ersatzbank sassen nur gerade zwei Feldspieler und Ersatztorhüter David Sugar. Vier unter der Woche neu verpflichtete Spieler waren allesamt noch nicht spielberechtigt. So musste der ehemalige Wiler Flügelspieler Fabio Raimondi beim Heimteam auf der Position des linken Aussenverteidigers spielen.

Die Rahmenbedingungen lassen es vermuten, der FC Wil trug im kalten Jura ein Heimspiel aus. Denn für die Äbtestädter zählte nur der Sieg.

 

Silvios Trick

Die Ostschweizer hätten schon nach sieben Minuten in Führung liegen müssen. Markus Gsell kam in des Gegners Strafraum unbedrängt zum Abschluss, scheiterte aber an einem auf der Linie stehenden Spieler La Chaux-de-Fonds’. Es wäre der Treffer gewesen, der den Fürstenländern die nötige Ruhe verliehen hätte. So mussten sie lange anrennen, um einen limitierten Gegner in die Knie zu zwingen. Denn vor der Pause setzte Dario Lezcano einen Kopfball knapp neben das Tor und Hernani, der zum ersten Mal von Beginn weg auflief, verfehlte nach schönem Pass in die Tiefe das Gehäuse ebenfalls.

Nach der Pause kam Silvio zu seinem Comeback in den Reihen des FC Wil. und wurde prompt zum Matchwinner. Zuerst vergab er nach einer Hereingabe von Ivan Bolay noch per Kopf, in der 78. Minute war er dann die Ruhe selbst. Nach einem Foul im Strafraum von Kiliann Witschi an Markus Gsell legte sich der Brasilianer den Ball auf den Elfmeterpunkt. Nach einigen Schritten Anlauf stoppte er und La Chaux-de-Fonds-Torhüter Kevin Fickentscher hechtete in die linke Ecke. Silvio konnte sich danach für die andere Seite entscheiden und zum Siegtreffer einschieben.

 

Gute Verteidigung

Die Einheimischen reklamierten vehement bei Schiedsrichter Stephan Studer, der den Treffer aber gab. Silvio sagte nach dem Spiel: „Ich habe so etwas unlängst in Brasilien gesehen. Danach las ich die Regeln nach und probierte es aus.“ Es war der ersten Treffer der Wiler in dieser Saison gegen einen Westschweizer Klub. Zuvor hatten gegen Lausanne sowie Stade Nyonnais zwei torlose Remis gegeben und gegen Servette eine 0:1-Niederlage resultiert.

Trainer Didi Münstermann zeigte sich erleichtert über den Sieg: „Der Erfolg war hochverdient. Schlecht war hingegen die Chancenauswertung.“ Somit hat sich der Bergholz-Klub gegen hinten abgesichert und kann den Blick wieder nach oben richten. Dies nicht zuletzt wegen der Verteidigung, die in den letzten fünf Spielen nur zwei Gegentreffer hinnehmen musste. Obwohl in La Chaux-de-Fonds einige defensive Schwächen in der Defensive nicht wegzudiskutieren waren, haben die Wiler in der Challenge League zusammen mit Winterthur hinter dem FC St. Gallen am zweitwenigsten Gegentore kassiert.

 

 

FC La Chaux-de-Fonds – FC Wil 1900 0:1 (0:0)

Charrière: 370 Zuschauer. – Sr: Studer.

Tor: 78. Silvio (Foulpenalty) 0:1.

FC La Chaux-de-Fonds: Fickentscher; Caso, Witschi, Kébé, Raimondi; Doudin, Fermino, Piazza, Apostoloski (81. Bouamri); De Azevedo, Murati.

FC Wil 1900: Taini; Bolay, Madry, Matic, Haziri; Hernani (83. Gündüz), Franjic (66. Huber), Thiesson, Gsell; Christen (46. Silvio), Lezcano.

Bemerkungen: La Chaux-de-Fonds ohne Mekheldi (verletzt), De Santana, Di Dio, Mesbah und Di Maria (alle noch nicht spielberechtigt). Wil ohne Jagne (abwesend), Keller, Alci und Holenstein (alle nicht im Aufgebot). Verwarnungen: 64. Apostoloski (Foul). 77. Witschi (Foul). 89. Fermino (Reklamieren).

 

Hernani stand in der Starf-Elf und vermochte zu überzeugen.


 

Rückkehrer Silvio erzielte das 1:0 durch einen Foulpenalty.

 

Dario Lezcano spielte zwar durch, vergab dabei aber einige gute Chancen.


 

Von Mathias Christen kam in der 1. Hälfte nicht viel und er wurde bald ausgewechselt.


 

Im Mittelfeld standen die Ostschweizer nicht schlecht (im Bild: Jérôme Thiesson).


 

Markus Gsell holte in der 77. Spielminute den Elfmeter heraus.

 

Bericht: Simon Dudle

Bilder: Deborah Rutz