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Wieder kein Tor gegen Bellenz
Seit dem Abstieg aus der Super League im Sommer 2004 konnte der FC Wil nie mehr gegen die AC Bellinzona gewinnen. Auch im sechsten Anlauf scheiterten die Ostschweizer am Tessiner Bollwerk in der Defensive. Das 0:2 war die erste Heimniederlage in der Meisterschaft seit dem 25. Februar und der 0:1-Pleite gegen Wohlen.
Die AC Bellinzona verfügt über eine scharfe Waffe, die den Tessinern womöglich zum Aufstieg in die Super League verhilft. Aus einer gesicherten Defensive gestalten die Ticinesi ihr Spiel. Eigentlich ist es eine Dreierkette mit dem ehemaligen Wiler Alessandro Mangiarratti im Zentrum. Wenn der Druck jedoch gross wird, lassen sich die beiden Flügel Angelo Raso und Senad Lulic zurückfallen. Daraus resultiert die beste Abwehr in der Challenge League. Erst 23 Tore haben die Tessiner in 31 Partien zugelassen.
Auch der FC Wil biss sich einmal mehr die Zähne an den Ticinesi aus. Schon im vierten Direktduell in Serie gelang dem Bergholz-Team kein Treffer und noch immer lässt der erste Vollerfolg gegen die ACB seit dem Abstieg aus der Super League auf sich warten.
Verheissungsvoller Start
Dabei hatte die Partie durchaus positiv angefangen. Nach einem fünfminütigen Startfeuerwerk der Gäste übernahmen die Wiler das Kommando und erspielten sich Chancen. Ein Schuss von Naim Haziri konnte noch entscheidend abgefälscht werden (10.) und ein Kopfball Dominique Longos flog knapp über das Gehäuse (13.). Besser machten es die Gäste und gingen nach gut einer halben Stunde in Führung. Mit einem schönen Pass in die Tiefe war die gesamte Wiler Abwehr ausgehebelt und der schelle Cristian Ianu verstaute den Ball sicher im Gehäuse der Äbtestädter (32.). Ein typisches Tor, wie Wil-Trainer Uli Forte nach der Partie feststellte: „Abgezockt, unspektakulär, aber eiskalt. Das ist die AC Bellinzona wie sie leibt und lebt.“
Mit dieser Führung im Rücken hatten die Tessiner leichtes Spiel. Sie machten in der Folge das, was sie auszeichnet. Hinten wurde abgeriegelt und vorne herrschte bei den – wenn auch wenigen – Kontern jeweils Alarmstufe rot. Der FC Wil bekundete Mühe, den Defensiv-Riegel zu knacken. Zu wenig Tempo war im Spiel und zu ideenlos waren die Angriffsversuche.
Nushi lehnt Geschenk ab
Da die Partie lange keine grossen Wellen warf, bedurfte es der Erfindungen von Schiedsrichter David Devouge, um wieder Leben in die Bude zu bringen. Zuerst legte sich Bellenz-Stürmer Akande Ajide den Ball mit der Hand vor und traf dann sicher ins Tor. Der Wiler Schlussmann Davide Taini machte keinen Wank, da er mit einem Spielunterbruch gerechnet hatte. Zum Erstaunen der Spieler und der 890 Zuschauer zeigte der Ref danach zum Mittelpunkt und es stand 0:2 (79.).
Im Gegenzug kompensierte der Spielleiter seinen Lapsus und pfiff einen Foulpenalty für die Wiler, nachdem Silvio im gegnerischen Strafraum umgefallen war. Kristian Nushi wollte das Geschenk nicht annehmen und drosch den Ball rechts über das Tor (82.). Es war in dieser Saison bereits der 14. Elfmeter in einem Spiel mit Wiler Beteiligung, zum ersten Mal resultierte ein Fehlschuss.
Obwohl sich Bellinzona nach der 31. Runde auf einem Barrage-Platz wieder findet, glaubt Uli Forte noch nicht wirklich an die Tessiner: „Defensiv stehen sie sehr solide, offensiv haben sich jedoch noch Mühe. Mal schauen, ob es reicht.“
FC Wil 1900 – AC Bellinzona 0:2 (0:1)
Bergholz: 890 Zuschauer. – Sr: Devouge
Tore: 32. Ianu 0:1, 79. Ajide 0:2
FC Wil 1900: Taini; Schenkel, Longo, Matic, De Donno; Zverotic (66. A. Nushi), Haziri, Gsell, K. Nushi; Taljevic (78. Raimondi); Sabanovic (58. Silvio).
AC Bellinzona: Buchhi; Aquaro (75. Unal), Mangiarratti, Carbone; Raso, Rivera, Gomes (65. Belotti), Lulic; Ianu (82. Andjelkovic), Ajide Adeshina.
Bemerkungen: Wil ohne Salifou, Maliqi, Mica, Meier (verletzt) und Dimita (krank). Bellinzona ohne Miccolis (gesperrt), Pit, Olufemi (verletzt), Eramo, Gallovich und Sanchez (nicht im Aufgebot). Verwarnungen: 54. Taljevic (Foul, im nächsten Spiel gesperrt), 58. Raso (Foul), 67. Matic (Foul). 82. Kristian Nushi schiesst Foulpenalty über das Tor.