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FC Schaffhausen - FC Wil 1:3
Erster Auswärtssieg für die jungen Wilden
Der FC Wil gewinnt das Auswärtsspiel beim FC Schaffhausen 3:1.

Der Bergholz-Klub setzt sich in der Challenge League an die Spitze. Zumindest an die Spitze des breiten Verfolgerfeldes vom Spitzen-Quartet. Beim 3:1-Sieg in Schaffhausen spielen die Fürstenländer fast die ganze Partie in Überzahl, zittern aber bis zum Schusspfiff um die drei Punkte.
Im dritten Auswärtsspiel der Saison gelang dem FC Wil der erste Sieg. Jedoch brauchten die Gäste mit ihrem Anhang viel Geduld, bis der Erfolg unter Dach und Fach war. Dabei hätte die Partie schon in der Startphase in die aus Wiler Sicht richtige Bahn gelenkt sein können. Denn in der 7. Minute konnte der Schaffhauser Torhüter Achim Hollerieth den wieder genesene Angreifer Dario Lezcano nur noch mit einem Notbremse-Foul stoppen. Folgerichtig gab es für den Deutschen Schlussmann die Rote Karte und für den FC Wil einen Penalty. Pa Modou Jagne lief – wie schon beim Elfmeter-Treffer gegen Wohlen – betont locker an, scheiterte aber an Darko Tofiloski, Mazedoniens Nationaltorhüter Nummer zwei.
Busacca erfand Penalty
Erstaunlicherweise war fortan der FC Schaffhausen trotz numerischer Unterzahl mindestens ebenbürtig und besass die gefährlicheren Möglichkeiten. Vor allem Enzo Todisco, der nach dem Platzverweis als einzige Sturmspitze agierte, hatte gleich mehrere Möglichkeiten auf den Führungstreffer. Er scheiterte jedoch an der eigenen Präzision oder am starken Gäste-Torhüter Davide Taini. Der ehemalige Wiler Allmir Ademi hatte ebenfalls kein Glück und setzte seinen Abschluss an die Latte (27.).
So war es dem FC Wil vorbehalten, das erste Tor zu erzielen. Markus Gsell trat einen Freistoss von rechts in den Strafraum, wo Mathias Christen von der fehlenden Zuordnung in der Schaffhauser Hintermannschaft profitierte und per Kopf zum 0:1 traf. Auch der Führungstreffer brachte aber nicht die nötige Ruhe ins Wiler Spiel und der Ausgleich kurz vor der Pause war verdient, wenn auch in der Entstehung glücklich. Der schwache Schiedsrichter Massimo Busacca hatte ein Foul von Naim Haziri an David Fall fälschlicherweise in den Strafraum verlegt. Ademi liess sich nicht zwei Mal bitten und traf mit einem präzisen Schuss in die rechte Ecke zum Ausgleich.
Wiler Eigengewächs traf
Nach dem Seitenwechsel kamen die jungen Wiler – am Ende standen neun Spieler mit Alter 21 oder weniger auf dem Feld – besser ins Spiel. Nach einem weiten Ball in den Schaffhauser Strafraum spitzelte erneut Mathias Christen die Kugel zum 1:2 über die Linie (55.).
In der Folge rannten die Schaffhauser vehement an, zu mehr als guten Ansätzen kamen sie aber nicht. Dafür wurde den Wilern Platz für Kontermöglichkeiten geboten, die jedoch lange ungenutzt blieben. Erst in der zweiten Nachspielminute machten die Äbtestädter den Sack zu. Torschütze war das Wiler Eigengewächs Claudio Holenstein, der 20 Minuten zuvor eingewechselt worden war und somit sein Debüt in der Challenge League feierte.
Positive Zwischenbilanz
Trainer Didi Münstermann war nach dem Spiel stolz auf den Erfolg der jungen Equipe: „Wir haben gegen eine routinierte Mannschaft gewonnen, obwohl wir in der ersten Halbzeit zu weit weg standen von den Schaffhauser Schlüsselspielern. In der zweiten Hälfte wurde es zum Teil besser.“
Somit gehen die Wiler schlechtesten Falls als Tabellenfünfte in die Länderspielpause, bevor danach zwei Heimspiele gegen Stade Nyonnais und Servette anstehen. Eine erste Zwischenbilanz darf sich sehen lassen: sechs Spiele, zehn Punkte. Das ist ein Zähler mehr als zum gleichen Zeitpunkt in der Vorsaison unter Uli Forte.

FC Schaffhausen – FC Wil 1900 1:3 (1:1)
Breite: 1150 Zuschauer. – Sr: Busacca.
Tore: 26. Christen 0:1, 41. Ademi (Foulpenalty) 1:1, 55. Christen 1:2, 92. Holenstein 1:3.
FC Schaffhausen: Hollerieth; Fall, Ivelj, Läng, Schlauri (46. Pavlovic, 76. Etemi); Stamm, Nater, Ademi, Hauser; Todisco, Katanha (9. Toflioski).
FC Wil 1900: Taini; Bolay, Thiesson, Madry, Haziri (46. Kaiser); Christen (94. Tsimba), Franjic, Gündüz, Gsell (70. Holenstein); Lezcano, Jagne.
Bemerkungen: Schaffhausen ohne Roth, Geiser, Nganga (verletzt) und Tomic (nicht im Aufgebot). Wil ohne Matic (gesperrt), Keller, Huber (verletzt) und Borges (noch nicht spielberechtigt). Verwarnungen: 35. Gsell (Unsportlichkeit), 35. Taini (Reklamieren), 35. Todisco (Reklamieren). 89. Läng (Foul). Rote Karte: 7. Hollerieth (Notbremse an Lezcano). 10. Tofiloski wehrt Foulpenalty von Jagne ab. 27. Lattenschuss Ademi. Haiziri in der Pause mit Fussverletzung ausgewechselt und zum Untersuch ins Spital gebracht.
Anton Franjic kam auf der Schaffhauser Breite zu seinem ersten Einsatz in der Wiler Start Elf. Der Ostschweizer Trainer Didi Münstermann setzte den gelernten Stürmer im Mittelfeld ein.
Markus Gsell durfte in der 35. Spielminute froh sein, dass er nicht mit einer Roten Karte frühzeitig unter die Dusche geschickt wurde. Zwar war das Foul harmlos, die darauf folgende Unsportlichkeit allerdings unnötig.
Der Neuzugang aus der 2. Liga, Mathias Christen, überzeugte auch im Auswärtsspiel gegen Schaffhausen. Der Liechtensteiner hatte mit zwei Toren einen grossen Anteil am ersten Auswärtssieg der Wiler.
Der Schaffhauser Kirchenturm läutete wie üblich die letzte Viertelstunde ein. Das Gebimmel schien auch die Ostschweizer wach zu rütteln. Gegen Ende fanden die Wiler besser in die Partie und siegten verdient.
Es war nicht der Tag des gambischen Internationalen Pa Modou Jagne. Der Stürmer verschoss bereits in der Startphase einen Penalty und traf für einmal nicht.
Dario Lezcano holte den Wiler Penalty in der Startphase heraus und sorgte für viel Wirbel im Angriff. Nach seiner Innenbandverletzung durfte der Paraguayer zum ersten Mal wieder von Beginn weg ran.
Nach der schwachen Leistung beim Spiel YB gegen Aarau war Busacca erneut oft nicht auf der Höhe des Geschehens. Zitat von Didi Münstermann: „Es machte den Anschein, als wollte er gar nicht genau hinsehen.“
Naim Haziri verursachte das Foul an der Wiler Strafraumgrenze und musste zusehen, wie Busacca das Geschehen in den Strafraum verlegte. Kurz vor der Pause musste Haziri mit einer Fussverletzung ins Spital.
Wegen des Ausfalls des Wiler Captains Stipe Matic agierte der Zürcher Jérôme Thiesson auf seiner gelernten Position als Innenverteidiger. Matic musste seine Sperre wegen der roten Karte im Spiel gegen Lugano absitzen.
Dieses Foul verlegte der ungenügende Schiedsrichter Massimo Busacca fälschlicherweise in den Strafraum und ermöglichte den Schaffhausern den Ausgleich - Naimi Haziri brachte David Fall aber deutlich vor der weissen Linie zu Fall.
Bericht: Simon Dudle
Bilder: Deborah Rutz