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FC Wil - FC Lugano 3:4
Niederlage auf hohem Niveau
Der FC Wil verliert das Heimspiel gegen den FC Lugano 3:4.

Obschon der FC Wil nach einer Viertelstunde gegen den FC Lugano 2:0 führt, reicht es ihm nicht zu einem positiven Resultat. Zu viele Fehler im eigenen Spiel sowie die beiden Luganer Doppeltorschützen Philippe Montandon und Vincenzo Rennella verhindern einen Wiler Punktgewinn und fügen dem Bergholz-Klub eine 3:4-Niederlage zu.
Zum ersten Mal in der Geschichte der Challenge League übertrug das Fernsehen ein Heimspiel des FC Wil live. Dies hatte zur Folge, dass die Partie mit rund achtminütiger Verspätung begann, die Pause etwas länger dauerte und heikle Szenen spätestens nach dem Spiel aufgeklärt werden konnten. Den 1370 Zuschauern im Stadion und jenen zuhause vor den Bildschirmen wurde ein packendes Spiel geboten, das nie langweilig wurde, in dem sieben Tore fielen, zwei Platzverweise ausgesprochen wurden und der FC Lugano als Sieger vom Platz ging.
Dabei hatte in der Starphase wenig darauf hingedeutet, dass die Tessiner ihre Ungeschlagenheit in dieser Saison würden wahren können. Bereits mit dem ersten Torschuss gingen die Äbtestädter durch Mathias Christen in Führung. Der Liechtensteinische Nationalspieler erzielte somit seinen zweiten Treffer im Wiler Dress.
Einmal mehr hilft Proietti
Es sollte gar noch besser kommen. Lugano-Torhüter Giovanni Proietti schoss nämlich einen Riesen-Bock und liess eine harmlose Flanke aus den Händen gleiten. Pa Modou Jagne erbte und drückte den Ball zum 2:0 über die Linie. Die Freude des Gambiers war gross und er feierte seinen vierten Saisontreffer mit einer gambischen Fahne in der Hand. Proietti schenkten den Wilern somit schon den zweiten Treffer. In der vergangenen Saison hatte er beim Spiel in Lugano (3:2-Sieg für Wil) den Ball leichtfertig an Samel Sabanovic vertändelt. Dieser bediente Silvio und der Brasilianer traf ins leere Tor.
Obschon die Tessiner zum ersten Mal in dieser Saison in Rückstand lagen, liessen sie sich nicht beeindrucken. Aus dem Spiel heraus liessen die Platzherren zwar wenig zu, die stehenden Bälle sollten es aber für die Gäste richten. Zuerst liess Davide Taini einen Freistoss abprallen und der ehemalige Wiler Spieler Philippe Montandon erbte zum Anschlusstreffer (27.). Augenblicke vor der Pause war erneut der blonde Abwehr-Hühne zur Stelle und egalisierte das Skore nach einem Eckeball. Dies war ärgerlich, weil Taini in der Aktion zuvor einen Freistoss von Luca Baldo sehenswert zur Ecke geklärt hatte.
Zwei Tore in sechs Minuten
Nach dem Seitenwechsel nahm das Wiler Unheil weiter seinen Lauf. Zuerst degradierte Vincenzo Rennella die Ostschweizer Verteidiger zu Slalom-Stangen und schob den Ball gekonnt ins Tor (60.). Nur sechs Minuten später wurde er mustergültig bedient und markierte bereits seinen achten Saisontreffer zum 2:4. Er leistete sich jedoch die Dummheit, seinen Treffer übergebühr zu feiern und bekam von Schiedsrichter Adrien Jaccottet die Rote Karte gezeigt.
Wirklich profitieren konnten die Wiler von der numerischen Überzahl nicht. Zwar verkürzte Stipe Matic fünf Minuten vor Schluss per Handspenalty auf 3:4, mehr lag aber nicht drin. Zu souverän spielten die Gäste in der Schlussphase und kamen nie mehr wirklich in Bedrängnis.
Zu viele Fehler
So verloren die Wiler das zweite Spiel in dieser Saison und zudem Sipe Matic, der in der 90. Minute mit der Ampelkarte des Feldes verwiesen wurde und somit beim Auswärtsspiel am Samstag in Schaffhausen fehlen wird.
Didi Münstermann zeigte sich nach der Partie enttäuscht, verspürte aber eine Energie, die man für das kommende Spiel verwenden könne. „Es war eine Partie auf gutem Niveau. Nur haben wir zu viele Fehler gemacht“, so der Wiler Trainer.
Es bleibt festzuhalten, dass man gegen einen Aufstiegsaspiranten wie Lugano verlieren darf, die Niederlage nach einer 2:0-Führung aber besonders schmerzlich ist.

FC Wil 1900 – FC Lugano 3:4 (2:2)
Bergholz: 1370 Zuschauer. Sr. Jaccottet
Tore: 4. Christen 1:0, 12. Jagne 2:0, 27. Montandon 2:1. 44. Montandon 2:2. 60. Rennella 2:3. 66. Rennella 2:4. 85. Matic (Handspenalty) 3:4.
FC Wil 1900: Taini; Bolay, Madry (46. Maag), Matic, Haziri; Tsimba (46. Lezcabo), Thiesson, Gündüz, Gsell (70. Franjic); Jagne, Christen.
FC Lugano: Proiette; Rota, Montandon, Denicola, Preisig; Da Silva, Baldo, Maggetti, Perrier (57. Fabiano); Rennella, Valente (78. Renfer).
Bemerkungen: Wil ohne Huber und Keller (beide verletzt). Lugano ohne Moresi (verletzt) und Vaipiana (nicht im Aufgebot). Verwarnungen: 26. Gsell (Foul), 41. Maggetti (Foul), 51. Rennella (Foul). 72. Matic (Foul). 86. Denicola(Foul). 94. Haziri (Foul). Gelb/Rote-Karten: 67. Rennella (Unsportlichkeit). 90. Matic (Unsportlichkeit).

Ob es Trainer Didi Münstermann schon vor dem Spiel gegen Lugano ahnte?

Die Wiler Verteidigung kassierte in 39 Minuten vier Gegentore.

Das Spiel war zwar nicht schlecht, an den Sonnenutnergang kam es aber nicht heran.
Bericht: Simon Dudle
Bilder: Deborah Rutz