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FC Lausanne-Sport - FC Wil 0:0
Ein wertvoller Punkt
Der FC Wil erreicht auswärts bei Lausanne-Sport ein 0:0-Unentschieden.

Im zweiten Auswärtsspiel der Saison holt der FC Wil den ersten Punkt auf fremdem Terrain. Nach einer starken ersten Halbzeit schwinden gegen Ende die Kräfte. Mit etwas Glück und unter gütiger Mithilfe der Latte sichern sich Äbtestädter einen wertvollen Punkt.
FC Wil-Präsident Roger Bigger war vor dem Spiel auf der Pontaise in Lausanne positiv gestimmt und glaubte fest daran, Zählbares mit nach Hause nehmen zu können. „Wenn wir die erste Viertelstunde schadlos überstehen, dann liegt hier etwas drin.“ Die ersten 15 Minuten überstanden die Gäste ohne Probleme. Lausanne war zu Beginn etwa so harmlos wie die schwache Bise, die durch das Stadion wehte. In der 16. Minute hätte der FC Wil gar in Führung gehen müssen. Nach einem schönen Zuspiel in die Tiefe tauchte Ivan Gonzalez alleine vor dem Waadtländer Torhüter Anthony Favre auf. Er versuchte diesen zu umspielen, blieb aber hängen. Sehr zum Missfallen von Pa Modou Jagne, der neben ihm ebenfalls einschussbereit gewesen wäre und die Hände verwarf.
Die Lattenunterkannte hilft
Die Wiler hielten in der ersten Halbzeit gut mit und gestanden dem Gegner wenig zu. Kurz vor der Pause hätte Stürmer Mathias Christen, der in Liechtensteins Nationalmannschaft einberufen worden ist, mit einem satten Distanzschuss das 0:1 erzielen können. Er scheiterte jedoch am glänzend reagierenden Favre. Nach dem Seitenwechsel nahm Lausanne das Spiel in die Hand und kam auch zu Möglichkeiten. So schoss deren Topskorer Kamel Boughanem aus rund fünf Metern über das Tor und Nicolas Marazzi hatte bei seinem Abschlussversuch nur noch Davide Taini vor sich, scheiterte aber an der Torhöhe. Die beste Möglichkeit vergab jedoch der schnelle Einwechselspieler Dario Drago, als er einen Schuss von der Lattenunterkannte ins Feld zurückspringen sah. Aufgrund der Möglichkeiten hätten die Gäste nichts gegen einen Gegentreffer sagen können.
Zufriedene Wiler
Einen Aufreger gab es auch vor dem anderen Tor. In der 68. Minute tauchte Pa Modou Jagne alleine vor dem Tor der Einheimischen auf und wurde im Strafraum angegangen. Die Pfeife des gesamthaft gesehen guten Schiedsrichter Alain Bieri blieb aber stumm.
Trotzdem: Den Fürstenländern schwanden gegen Ende zusehends die Kräfte und sie waren je länger desto mehr auf einen Punkt aus. Diesen gewannen sie mit etwas Glück. Während die Lausanner eher unzufrieden vom Feld trotteten, klatschten sich die Wiler Spieler gegenseitig ab und bedankten sich mit einer Welle bei den mitgereisten Fans.
Ein Punkt zum Geburtstag
Mit dem Punkt machten die Spieler ihrem Trainer ein – zumindest halbgrosses – Geburtstagsgeschenk. Didi Münstermann feierte am Samstag seinen 39. Geburtstag und sagte nach Spielschluss: „Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun.“ Vielmehr analysierte er das Spiel eingehend und kam zum Schluss, dass sie in der zweiten Halbzeit in allen Bereichen hätten effizienter sein sollen. Zum Feiern kam er nicht wirklich, obwohl Frau und Kinder in der Pontaise unter den 2200 Zuschauern dabei waren. Für etwas Geburtstags-Stimmung sorgten die Spieler, die ihrem Trainer auf der Rückreise im Mannschaftsbus ein Ständchen sangen. „Ich werde dem Team am Sonntag einen Apèro offerieren und hoffe, dass ich dann noch einige Stunden mit der Familie verbringen kann“, so der Wiler Trainer.

FC Lausanne-Sport – FC Wil 1900 0:0
Pontaise: 2200 Zuschauer. – Sr: Bieri.
FC Lausanne-Sport: Favre; Barroso (89. Sonnerat), Malacarne, Eli, Bilibani; Rey (65. Drago), Marazzi, Diogo, Pasche; Balthazar (46. Toscano), Boughanem.
FC Wil 1900: Taini; Bolay, Madry, Matic, Haziri; Gonzalez (82. Franjic), Gündüz, Thiesson, Gsell (93. Tsimba); Christen (58. Maag), Jagne.
Bemerkungen: Lausanne ohne Pavlik, Debonnaire, Basha (verletzt), Glaucivan, Kaissi, Gabriele und Stadelmann (nicht im Aufgebot). Wil ohne Lezcano, Huber und Holenstein (verletzt). 76. Lattenschuss Drago. Verwarnungen: 28. Malacarne (Reklamieren). 81. Eli (Unsportlichkeit). 91. Taini (Spielverzögerung).

Mathias Christen prüfte in der 42. Minute mit einem Distanzschuss Lausanne-Torhüter Anthony Favre.

"Geburtstagskind" Didi Münstermann (links) war mit dem Punkt in Lausanne zufrieden.

Ivan Gonzalez hätte das Spiel noch vor der Halbzeitpause entscheiden müssen, scheiterete aber.
Bericht: Simon Dudle
Bilder: Deborah Rutz