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FC Wil - FC Gossau 2:1

Wichtige Wende vor Rekordkulisse

Der FC Wil gewinnt das Fürstenland-Derby gegen den FC Gossau 2:1.

  

 

Wie schon in der letzten Saison braucht der FC Wil einiges an Geduld, bis er die drei Punkte gegen den FC Gossau in der Tasche hat. Dank einer Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit siegt der Bergholz-Klub im Fürstenland-Derby 2:1. Für die Tore waren die Neuzuzüge Mathias Christen und Dario Lezcano verantwortlich.

 

Challenge League-Fussball scheint wieder „In“ zu sein. Seit der FC St. Gallen in die zweithöchste Klasse abgestiegen ist, wird auch den anderen beiden Ostschweizer Klubs FC Gossau und FC Wil mehr Aufmerksamkeit geschenkt. Und prompt konnte der Bergholz-Klub bereits im ersten Heimspiel der neuen Saison einen Publikumsrekord in der Challenge League verzeichnen. Seit dem Abstieg aus der Super League im Jahr 2004 waren noch nie mehr als 2000 Zuschauer an ein Meisterschaftsspiel gekommen. Gegen Gossau waren es deren 2230.

Der grosse Teil der Fans unterstützte den FC Wil und musste in der ersten Halbzeit mit ansehen, wie die Gäste mehrheitlich das Spiel bestimmten und auch die klareren Chancen hatten. Die beste vergab Stürmer Fabio Klingler, als er mit einem Kopfball am bravourös reagierenden Wiler Torhüter Davide Taini scheiterte (9.).

 

Glücklicher Ausgleich

Über zu wenig Arbeit konnte sich der Wiler Schlussmann ohnehin nicht beklagen und er musste schon vor dem Seitenwechsel drei Mal in extremnis klären. Ohne seine Paraden wäre das Derby schon bei Halbzeit zugunsten der Gossauer entschieden gewesen. So stand es bis kurz vor dem Pausenpfiff nur 0:1. Der bis anhin einzige Torschütze war mit Afraim Alija ein ehemaliger Wiler, der sein Visier ganz genau eingestellte hatte und sehenswert traf.

Dass die Äbtestädter zur Pause nicht in Rückstand lagen, verdankten sie einer unglücklichen Befreiungsaktion des Gossauer Verteidigers Dominique Longo, dessen Kopfball direkt vor den Füssen von Mathias Christen landete. Der Wiler Neuzuzug vom FC Balzers brauchte nur noch einzuschieben und erzielte das wichtige 1:1.

 

Tomate für Taini

Es war jene Aktion, die dem Spiel die entscheidende Richtungsänderung verleihen sollte. In der zweiten Halbzeit waren die Wiler viel konzentrierter bei der Sache, setzten den Gegner besser unter Druck und hatten das Spiel mehrheitlich unter Kontrolle. Die stärkste Phase der Partie schlossen die Schwarzweissen mit dem 2:1 ab. Dario Lezcano – nach einem halben Jahr im eigenen Nachwuchsteam wurde der Paraguayer nun in die Fanionmannschaft integriert – erzielte den viel umjubelten Führungs- und schlussendlich Siegstreffer.

Die Schlussphase inklusive knapp sechsminütiger Nachspielzeit war geprägt von der Spannung und zunehmend auch von übertriebener Härte. Der eingewechselte Luca Dimita attackierte Davide Taini mit gestrecktem Bein, so dass der Wiler Torhüter ausgewechselt werden musste. Wie sich nach dem Spiel herausstellte, war es „nur“ eine Tomate und der Schlussmann sollte am kommenden Samstag gegen Wohlen wieder einsetzbar sein.

 

Wiler Erleichterung

Die Erleichterung über den ersten Sieg war sowohl bei den Zuschauern als auch bei der Mannschaft spürbar. Somit hat der Bergholz-Klub nach zwei Runden die bessere Bilanz als in der Vorsaison unter Uli Forte (damals gab es zu Beginn ein 2:2-Remis gegen Cham und eine 0:1-Niederlage in Wohlen). Trainer Didi Münstermann schüttelte nach Spielschluss fast unzählige Hände und sagte: „Wichtig war, dass die Mannschaft wie schon im Startspiel gegen Thun reagieren konnte. Die Freude über den ersten Sieg ist gross.“

 

  

 

FC Wil 1900 – FC Gossau 2:1 (1:1) 

Bergholz: 2230 Zuschauer. Sr. Speranda.

Tore: 17. Alija 0:1, 45. Christen 1:1, 56. Lezcano 2:1.

FC Wil 1900: Taini (85. Totka); Bolay, Thiesson, Matic, Haziri; Tsimba (65. Maag), Gündüz, Gsell, Jagne; Lezcano, Christen (78. Franjic).

FC Gossau: Danjanovic; Züger (75. Dimita), Longo, Alija, Lütolf; Bigoni (46. Bushati), Knöpfel, Foschini, Misura; Klingler (59. Zinna), Zaugg.

Bemerkungen: Wil ohne Madry (krank), Huber (verletzt), Bratic und Keller (nicht im Aufgebot). Gossau ohne Gmünder (verletzt). Verwarnung: 79. Dimita (Foul). 85. Taini mit einer „Tomate“ verletzt ausgewechselt.

 

 

Vor allem in der 2. Hälfte traten die Wiler auch Offensiv stark auf.

 

Über 2200 Zuschauer kamen zum ersten Derby in der Saison.

 

Markus Gsell absolvierte sein 100. Meisterschaftsspiel für Wil.

 

Dario Lezcano war der aktivste Spieler auf dem Wiler Bergholz.

 

Trainer Didi Münstermann gab seinen Einsatand in der Äbtestadt.

 

Mathias Christen erzielte kurz vor der Pause den wichtigen Ausgleich.

 

Die neuen gestreiften Leibchen des FC Wil kommen bei den Fans gut an.

 

Die Abwehr musste im Vergleich zum Thun-Spiel neu umgestellt werden.

 

Wie schon im letzten Jahr taten sich die Wiler gegen Gossau schwer.

 

Bericht: Simon Dudle

Bilder: Deborah Rutz