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FC Thun - FC Wil 2:1

Die Reaktion lässt hoffen

Der FC Wil verliert zum Saisonauftakt beim FC Thun 1:2.

  

 

Resultatmässig ist dem FC Wil der Saisonstart misslungen. Zwei frühe Gegentore erwiesen sich als zu grosse Hypothek. Bei der knappen 1:2-Niederlage im Lachenstadion gegen den FC Thun zeigten die Äbtestädter aber nach anfänglichen Schwierigkeiten eine Steigerung und waren dem Ausgleich nahe.

 

Bis der FC Wil in der neuen Challenge League-Saison angekommen war, hatte er sich bereits einen 0:2-Rückstand eingehandelt, den er bis zum Schlusspfiff nicht mehr entscheidend korrigieren konnte. Noch bevor der Sekundenzeiger die zweite Umdrehung nach Spielbeginn vollendet hatte, musste Torhüter Davide Taini den Ball bereits aus dem eigenen Gehäuse fischen. Nach einem Fehler Vidak Bratics konnte der Schlussmann zwar noch abwehren, gegen den nachfolgenden Versuch von Milaim Rama war aber kein Kraut mehr gewachsen.

Damit noch nicht genug. Keine fünf Minuten später bejubelten mehr als 3500 Zuschauer erneut einen Treffer Ramas, der den Wilern zumindest vorübergehend die Butter vom Brot nahm.

 

Rochade mit Wirkung

Zu jenem frühen Zeitpunkt der Partie war das Schlimmste zu befürchten. Die Gäste wirkten verunsichert und brachten kaum ein Bein vor das andere. Trainer Didi Münstermann zog noch vor Ablauf der ersten halben Stunde die Notbremse und wechselte den überforderten Bratic aus. Gleichzeitig stellte er das System um. Przemek Madry rückte von der Aussenverteidigerposition ins Zentrum und Pa Modou Jagne wechselte vom linken Flügel als zweite Sturmspitze in den Angriff.

Die Rochade zeigte Wirkung und langsam aber sicher rissen die Wiler des Szepter an sich. Schon vor der Pause waren Möglichkeiten zum Anschlusstreffer vorhanden, wobei Jagne die beste vergab und alleine vor dem Thuner Torhüter Sascha Stulz an diesem scheiterte. Nach knapp einer Stunde machte es der Gambier besser und spitzelte das Leder am Thuner Schlussmann vorbei. Mit dem 1:2 wurde den Fürstenländern definitiv neues Leben eingehaucht und sie bestimmten gegen Ende des Spiels die Gangart. Einziger Makel: Wirklich zwingende Chancen gab es kaum mehr.

 

Modische Tenues

So durften die Wiler trotz der Niederlage auch Positives aus dem Startspiel nehmen. Die Reaktion auf das 0:2 beim Absteiger lässt auf baldige Punkte hoffen. Innenverteidiger Stipe Matic sagte nach der Partie: „Wir spielten gegen eine Mannschaft mit vielen Spielern aus der Super League. Nach zwei Fehlern versuchten wir noch alles.“

Zu Saisonbeginn waren beim FC Wil einige Veränderungen auszumachen, angefangen bei den Neulingen im Team. Premiere hatten auch die druckfrischen Trikots. Schwarzweisse Längsstreifen sorgen dafür, dass der Bergholz-Klub modisch voll im Trend ist. Jedoch sind die Nummern auf dem Rücken der Spieler nur schwer lesbar.

 

Viele Zuschauer

Weiter erwähnenswert war der Umstand, dass die Leute in den Kassenhäuschen im Lachenstadion über zu viel Arbeit klagten. Mit 3650 Zuschauern hatten wohl am Tor zum Berner Oberland nicht viele gerechnet. Matchwinner Rama sagte zur Stimmung: „Das Ambiente war fast wie in der Super League.“

Eine nicht allzu lange Warteschlange gab es vor dem Sektor der Wiler Fans. Immerhin rund 40 Supporter hatten aber den Weg nach Thun gefunden, was für einen Montagabend in den Sommerferien eine respektable Zahl ist.

Bleibt zu hoffen, dass die Wiler auch am kommenden Samstag beim Heim-Derby gegen den FC Gossau (17.30 Uhr, Bergholz) auf lautstarke Unterstützung zählen können.

 

  

 

FC Thun – FC Wil 1900 2:1 (2:0) 

Lachen: 3650 Zuschauer. – Sr: Amhof.

Tore: 2. Rama 1:0, 7. Rama 2:0, 59. Jagne 2:1.

FC Thun: Stulz; Gerber, Nyman, Galli, Glarner (57. Schönenberger); Lüthi (83. Moser), Faye, Calapes, Andrist; Rama (71. Cattaruzzi), Blumer.

FC Wil 1900: Taini; Madry, Bratic (24. Bolay), Matic, Alci (90. Keller); Tsimba, Gündüz, Gsell, Thiesson, Jagne; Christen (71. Maag).

Bemerkungen: Thun ohne Neumann, Siegfried, Rakipi, Frey (verletzt), Sungur und Zahnd (abwesend). Wil ohne Gonzalez (gesperrt), Haziri, Huber (verletzt) und Lezcano (nicht im Aufgebot). Verwarnungen: 22. Alci (Foul), 49. Matic (Foul), 61. Thiesson (Foul), 73. Bolay (Foul), 89. Moser (Unsportlichkeit).

 

Trainer Didi Münstermann war vor allem mit der Leistung in der ersten Halbzeit unzufrieden.

 

Pa Modou Jagne zeigte eine gute Partie und erzielte den Anschlusstreffer zum 1:2.

 

Vidak Bratic war an beiden Gegentoren beteiligt und wurde nach nur 24 Minuten ausgewechselt.

 

Bereits nach einer Minute und 24 Sekunden ging der Super League-Absteiger in Führung.

 

Das wunderschöne Panorama mit den Berner Alpen im Thuner Lachenstadion.

 

Yalcin Alci war von Beginn an mit seinen Gegenspielern überfordert und wurde schon früh verwarnt.

 

Bericht: Simon Dudle

Bilder: Deborah Rutz