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Zahlen und Fakten

“Die Freude überwiegt”

Auch statistisch ist der FC Wil in der Challenge League ein Spitzenklub.

 

 

Mit dem hohen 6:2-Sieg in Zug gegen Absteiger Cham ist für den FC Wil eine hervorragende Saison zu Ende gegangen. Schlussendlich fehlte nur das Pünktchen auf das i, und es wäre zu einem brisanten Duell gegen den FC St. Gallen gekommen. Auch die Zahlen und Fakten der abgelaufenen Spielzeit bestätigen den Wiler Höhenflug.

 

  

 

Es waren schöne Momente nach dem Schlusspfiff in Zug. Die rund 300 mitgereisten Anhänger des FC Wil feierten ihre Lieblinge und bedankten sich so für die guten Leistungen der Spieler. Trainer Uli Forte mochte sich nicht über die verpasste Barrage-Spiele ärgern und sagte: „Die Freude überwiegt. Es war eine hervorragende Saison.“

Nach dem missratenen Auftakt mit zwei Punkten aus drei Spielen ging es praktisch nur noch aufwärts. Der Erfolg hat verschiedene Namen. So etwa das Trainer-Duo Uli Forte und Roman Wild, die die Mannschaft weiter zusammengeschweisst und eine homogene Einheit geformt haben. Ein Kränzchen darf Stürmer Samel Sabanovic gewunden werden, der als einziger Spieler alle 34 Meisterschaftspartien bestritt und dabei 25 Tore erzielte. Der Defensivabteilung gebührt ebenfalls ein grosses Lob. Sie war zusammen mit jener von Yverdon die beste der Liga und gerade bei Spielen im Bergholz stand die Null oft. Nur gerade elf Gegentreffer mussten in den 17 Heimspielen hingenommen werden. Der wichtigste Punkt war jedoch die mannschaftliche Geschossenheit, dank der aus einem Mittelfeldklub ein Spitzenverein geworden ist.

 

Steigerung nach dem Seitenwechsel

Ein weiterer Grund für die gute Klassierung waren die oft starken Auswärtsauftritte. Im Vergleich zur Vorsaison steigerte sich der Bergholz-Klub stark und holte auf fremden Plätzen in den 17 Spielen sieben Siege und fünf Unentschieden. Dabei haben die Fürstenländer in der Auswärtstabelle ein positives Torverhältnis aufzuweisen, was sonst nur Vaduz, Bellinzona und Yverdon gelungen ist.

Wie gut die Wiler körperlich drauf sind, beweist ein Blick auf die Rangliste aller zweiten Halbzeiten. In den 34 Partien verloren die Ostschweizer nur fünfmal einen zweiten Umlauf und sie erzielten dabei 42 der total 65 Tore. Oder anders formuliert: Eine frühe Entscheidung suchte der FC Wil selten. 20 Mal endete eine erste Halbzeit des Bergholz-Klubs unentschieden, was mit Abstand Liga-Spitze ist.

 

Gonzalez, der Kartensammler

Die starken Leistungen lösten bei den Anhängern keine allzu grosse Euphorie aus. Zwar konnte der Zuschauerschnitt im Vergleich zur Vorsaison um gut 200 Fans gehoben werden, jedoch sanken die Zahlen in der entscheidenden Rückrunde wegen zwei wenig attraktiven Wochentagsheimspielen gegen Yverdon und Lugano im vergleich zur Herbstrunde etwas ab. Mit 1195 Zuschauerinnen und Zuschauern pro Spiel liegt der FC Wil im Mittelfeld der Challenge League und überstieg den Liga-Durchschnitt von 1125 knapp.

Auffallend ist, dass die Wiler während der ganzen Saison keinen einzigen Platzverweis kassierten. Am meisten Verwarnungen sammelte Ivan Gonzalez, der zehn Mal den gelben Karton gezeigt bekam und so als einziger Akteur zwei Mal eine Sperre absitzen musste. Sechs Mal Gelb sah Stipe Matic, der zusammen mit seinem Innenverteidiger-Kollegen Lukas Schenkel am meisten Einsatzzeit während der abgelaufenen Saison bekam. Sie absolvierten 2970 der 3060 möglichen Minuten.

 

Zwei Nationalspieler

Nach einem Abschlussanlass am Dienstagabend verabschiedeten sich die Spieler in die Ferien. Gemäss Forte ist es das Ziel, das Gerüst der Mannschaft über den Sommer hinaus zusammenzuhalten. Aus Luzern ist jedoch zu vernehmen, dass der Innerschweizer Super League-Klub an Samel Sabanovic und Jacopo Ravasi interessiert sein soll. Noch offen ist, wie es mit den beiden FCZ-Leihgaben Jérôme Thiesson und Sebastian Kollar weitergeht. Erfreulicherweise erhielten beide ein Aufgebot für den Zusammenzug der Schweizer U21-Nationalmannschaft vom 15. bis zum 17. Mai in Buochs.

Bereits am 4. Juni – drei Tage vor dem Beginn der UEFA Euro 2008 – wird der FC Wil das Training wieder aufnehmen. „Wir bleiben dran“, sagte Forte in Zug, blickte hoffnungsfroh in die Zukunft und verabschiedete sich in die Sommerpause.

 

Zu den Zahlen und Fakten der Challenge League-Saison 2007/2008

Zum PDF-File der Zahlen und Fakten der Challenge League-Saison 2007/2008

 

Die Ostschweizer vermochten sich im Verlauf der Saison zu steigern und machten den verpatzten Saisonstart wett.

 

Mit nur gerade 35 Gegentoren stellt der FC Wil zusammen mit Yverdon die besste Abwehr der Challenge League.

 

Der gambische Internationale Pa Modou Jagne kam im Winter in die Äbtestadt und ist bereits Publikumliebling im Bergholz.

 

Die Wiler können mehr als zufrieden sein und beenden die Saison auf dem hervorragenden 3. Rang.

 

Der erfolgreiche Wiler Stürmer Silvio wechselte in der Winterpause zum letztjährigen Schweizer meister FC Zürich.

 

Das Medical Team leistete einmal mehr grosse Arbeit und schaute, dass die Verletzungen schnell verheilten.

 

Der vom FC Zürich ausgeliehene Jérôme Thiesson wurde innert kürzester Zeit zum Stammspieler in der Äbtestadt.

 

Speedy, Roman Wild und Trainer Uli Forte (v.l.) sind das erfolgreiche Coaching Team hinter dem Wiler Erfolg.

 

Ivan Gonzalez kam auf diese Saison hin zum FC Wil und entwickelte sich zum Stammspieler auf dem linken Flügel.

 

Kein Spieler hatte mehr Einsätze als Samel Sabanovic und keiner traf öfter. Der Montenegriner erzielte 25 Tore.

 

Bereits über 100 Spiele im Wiler Dress. Der Ostschweizer Routinier Elsad Zverotic ist eine wichtige Stütze im Wiler Team.

 

Die Wiler Nachwuchsarbeit trägt Früchte. Christian Maag aus der U20 absolvierte sein erstes Spiel im Fanionteam.

 

Nicht nur das Gefährt war im Eimer. In der Rückrunde demolierte Markus Gsell auch sein Knie und fiel bis zuletzt aus.

 

Nicht zuletzt dank einem sehr solid spielenden Davide Taini kassierten die Äbtestädter so wenig Gegentore in dieser Saison.

 

Es gab wenige Spiele, in deren die Äbtestädter untendruch mussten. 21 Mal gingen die Wiler als Sieger vom Platz.

 

Bericht: Simon Dudle

Bilder: Deborah Rutz